Knöllchen trotz Parkausweis: Chemnitzer FDP fordert digitale Lösung

Chemnitz - Cristina Gomez Pardo (49) aus Chemnitz staunte nicht schlecht. Sie wohnt am Brühl, nutzt einen Anwohner-Parkausweis - und bekam dennoch zweimal ein Knöllchen. Ihr Chef, FDP-Ratsherr Jens Kieselstein (43), fordert nach diesen Vorfällen digitale Ausweise.

Stein des Anstoßes: Stadtrat Jens Kieselstein (43, FDP) fordert Anwohner-Parkausweise in digitaler Form.
Stein des Anstoßes: Stadtrat Jens Kieselstein (43, FDP) fordert Anwohner-Parkausweise in digitaler Form.  © Kristin Schmidt

Bestellen kann man die Ausweise bald online, nutzen aber nicht. Kieselstein: "Der Oberbürgermeister wies diesen Antrag im Stadtrat zurück. Das müsse der Bund klären."

Auch auf TAG24-Nachfrage erklärte die Verwaltung, dass es für den Anwohner-Parkausweis noch keine digitale Version gebe. Ein Papierausweis hinter der Windschutzscheibe sei mit einem Blick erkennbar und verhindere Missbrauch. Die Prüfung digitaler Ausweise sei zu aufwendig.

Jens Kieselstein versteht die Antwort nicht: "Digitale Parkscheine funktionieren auch. Warum soll das bei Anwohnern nicht gehen?"

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Er will im Rathaus nicht lockerlassen. "Außerdem werde ich in der Sache bei meinem Parteifreund, Bundesverkehrsminister Volker Wissing, anrufen."

Cristina Gomez Pardo vermutet, dass ihr Parkausweis zweimal unter den Scheibenwischer gerutscht sei und nicht komplett lesbar war. Sie musste 10 Euro zahlen - zusätzlich zur Jahresgebühr von 30 Euro für den Ausweis.

Überflüssig, findet die gebürtige Spanierin: "Spanien ist bei der Digitalisierung zehn Schritte weiter. Dort hat jeder Anwohner eine Vignette mit QR-Code hinter der Scheibe. Jeder Ordnungshüter kann alle Daten abrufen."

Titelfoto: Kristin Schmidt

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