Leerstand in Chemnitz sinkt: Werden jetzt die Mieten teurer?
Chemnitz - Eine Wohnung für sechs Euro pro Quadratmeter? In Chemnitz ist das noch immer keine Seltenheit. Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt laut Immobilienmakler Engel & Völkers aktuell bei 6,97 Euro pro Quadratmeter.
Zum Vergleich: In Leipzig sind es 11,29 Euro, in Dresden 11,70 Euro. Deutschlandweit liegt der Wert sogar bei 12,11 Euro.
Chemnitz gehört zu den wenigen deutschen Großstädten, in denen die Mietpreis-Entwicklung seit Jahren auf vergleichsweise niedrigem Niveau stagniert. Auch der aktuell gültige Zensus (2022) weist Chemnitz als günstigste Großstadt Deutschlands aus. Wie lange noch?
Typisch Chemnitz: Viel Wohnraum trifft auf vergleichsweise wenig Nachfrage. Hier spielt vor allem der geringe Bevölkerungszuwachs eine Rolle.
Der marktaktive Leerstand liegt bei sieben bis acht Prozent. Laut Soziologe Ulrich Weiser (46) vom FOG-Institut können Wohnungssuchende aktuell aus rund 3000 Angeboten wählen: "Großer Leerstand und günstige Preise sorgen dafür, dass jeder, der sucht, fündig wird."
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Zahl der Haushalte legt zu: Wie wirkt sich das auf die Mieten aus?
Die günstigen Mieten locken auch Studierende an. Lehramtsstudentin Mayde (26) hatte eine Zusage für Dresden, entschied sich aber für Chemnitz: "Dort habe ich nach einer Wohnung gesucht, aber es war viel teurer als hier."
Auch für die Medizinstudenten Simon (25), Tristan (22) und Simon (24) ist die günstige Wohnsituation ein Pluspunkt. "Nicht der Hauptgrund, aber ein Nice-to-have, was es bekräftigt", sagt Tristan.
Doch der günstige Wohnungsmarkt verändert sich. Ende 2024 gab es so viele Haushalte wie seit vielen Jahren nicht mehr. "Steigt die Zahl der Haushalte, sinkt der Leerstand", erklärt Weiser. Das könnte den Preisdruck erhöhen.
Auch die Nebenkosten lagen 2025 bei durchschnittlich 2,74 Euro pro Quadratmeter und damit bei 10,5 Prozent mehr als 2022. Die Kosten für Haushaltsenergie stiegen seit 2020 um rund 60 Prozent. "Die Angebotsmieten werden steigen, mindestens im Einklang mit der Inflation", hält Weiser fest. Auch Neubauten werden teurer. Laut Weiser werden dort inzwischen bis zu 15, teilweise 17 Euro pro Quadratmeter verlangt.
Trotzdem erwartet der Soziologe keine schnelle Explosion der Mieten: "Es muss sich niemand Sorgen machen, dass er in Chemnitz keine preiswerte Wohnung mehr findet." Auch künftig werde es Wohnungen für fünf bis sechs Euro pro Quadratmeter geben. Anders als in Dresden oder Leipzig ...
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt, Andreas Seidel

