Miete, Heizung, Strom: Was kostet die Hartmannfabrik nach der Kulturhauptstadt?

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Chemnitz - Die Chemnitzer Hartmannfabrik sorgt derzeit für hitzige Debatten. Die sanierte Industriehalle war als Besucherzentrum stolzes Aushängeschild der KuHa. Bis Ende 2029 soll sie weiter als zentrale Veranstaltungshalle dienen. Doch an der nicht dauerhaften Nutzung sowie den offenbar hohen Betriebs- und Nebenkosten wächst die Kritik.

Die Hartmannfabrik ist ab 2026 nur noch samstags und für besondere Events geöffnet. Foto: Uwe Meinhold
Die Hartmannfabrik ist ab 2026 nur noch samstags und für besondere Events geöffnet. Foto: Uwe Meinhold  © Uwe Meinhold

"Für die 2000 Quadratmeter fallen bestimmt um die 20.000 Euro Miete und nochmals 6000 Euro Betriebskosten an", schätzt ein Vertreter der freien Szene, der anonym bleiben möchte.

"Das kann doch nicht mit dem Ansinnen passiert sein, dort nur zwei Veranstaltungen pro Monat zu machen." Offene Kritik an dem Handeln der Stadt will niemand üben, der OB würde "eingeschnappt reagieren". Es werde "gut durchgeheizt, während bei den Kulturschaffenden die Räume kalt bleiben".

Ähnlich sehen das auch Teile der Kommunalpolitik: André Dobrig (39, Linke) kritisiert: "Es kann nicht sein, dass die freien Kulturschaffenden die Leittragenden der Haushaltslage sind, während gleichzeitig neue Flächen geschaffen werden, deren Wirtschaftlichkeit unklar ist."

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Die Grünen fordern nachhaltige Nutzungskonzepte für Orte wie Hartmannfabrik, Garagencampus und Stadtwirtschaft. "Das große Potenzial muss sich in einer dauerhaft tragfähigen Auslastung widerspiegeln."

Eines der großen Events 2025 in der Hartmannfabrik: die Internationalen Deutschen Meisterschaften im Poetry Slam.
Eines der großen Events 2025 in der Hartmannfabrik: die Internationalen Deutschen Meisterschaften im Poetry Slam.  © Kristin Schmidt

Chemnitzer CDU reagiert verhaltener auf die Kritik

Almut Patt (CDU, 58) fordert: Die Hartmannfabrik-Verträge sind zu respektieren, aber die Stadt muss eine tragfähige Zukunftsnutzung sicherstellen.
Almut Patt (CDU, 58) fordert: Die Hartmannfabrik-Verträge sind zu respektieren, aber die Stadt muss eine tragfähige Zukunftsnutzung sicherstellen.  © Ralph Kunz

Die SPD sieht die historische Bedeutung der Hartmannfabrik, doch die Flächen müssten jenseits großer Events sinnvoll und dauerhaft bespielt werden. Konzepte dazu erwartet auch die AfD: "Wir haben schon immer vor den Folgekosten der Kulturhauptstadt gewarnt", so Volker Dringenberg (53).

Die CDU reagiert verhaltener auf die Kritik: "Man kann nicht das schöne Objekt vom Eigentümer renoviert als Aushängeschild nutzen wollen und sich dann später nicht an die weitergehenden Verpflichtungen halten", so Almut Patt (58).

Das Rathaus reagiert schroff: "Der freien Kulturszene stehen etwa 120.000 Euro mehr an Förderung im Vergleich zu 2025 zur Verfügung", heißt es.

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Genaue Kosten für die Hartmannfabrik wollte eine Sprecherin nicht nennen.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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