Chemnitz - Ayman (15), seine drei Geschwister und die Mutter wurden über Nacht abgeschoben. Die irakische Familie lebte seit 2023 in Chemnitz und bat um Asyl. Während Aymans Fußballverein Sportfreunde Chemnitz-Süd sich für die Rückführung einsetzt, sehen sich die Behörden im Recht.
"Am Sonntag war noch alles in Ordnung", berichtet Thomas Barthel (41), Vorstand des Vereins Sportfreunde Chemnitz-Süd. Da hatte Ayman noch ein Testspiel mit dem Verein bestritten. "Wenige Stunden später war er weg."
Was war passiert? Ayman kam im Sommer 2023 aus dem Irak mit seiner Mutter und den Geschwistern nach Chemnitz. Die Familie wohnte im Heckertgebiet.
Aymans Vater bekam politisches Asyl, lebt jedoch vom Rest der Familie getrennt. Seit Oktober vergangenen Jahres spielt er im Fußballverein in der B-Jugend.
In der Nacht zu Montag rückte jedoch die Polizei an.
Teenager war gut integriert
Der Verein vermutet, dass der Ankunftsnachweis der Mutter abgelaufen ist und deshalb kein Asyl gewährt wurde. Aktuell befindet sich die Familie in Rumänien. "Rumänien hat der Familie bereits internationalen Schutz gewährt", erklärt die Landesdirektion Sachsen auf TAG24-Nachfrage. Die Klage gegen die Abschiebung wurde abgewiesen.
"Er hat sich nie etwas zuschulden kommen lassen. Er ist ein toller Junge", sagt Thomas. Aus dem Verein kommen weitere Solidaritätsbekundungen für Ayman.
Der Teenager sei gut integriert gewesen. Die Behörde kontert kühl: "Einzelne Integrationsleistungen stellen kein Abschiebungshindernis dar."
Der Verein versucht nun zu erreichen, dass die Familie wieder nach Deutschland zurückkehren kann - unter anderem durch Social-Media-Aktivitäten, durch Kontaktierung des sächsischen Flüchtlingsrates und die Politik. Stadtrat Torsten Schmidt (60, BSW) ist ebenfalls bestürzt über die Abschiebung und leitete die Angelegenheit an den Landtagsabgeordneten Lutz Richter (51, BSW) weiter.