Nach einem Jahr Streit: Einigung um Chemnitzer Solarpark

Chemnitz - Aus erbittertem Solar-Zoff wird ein zähneknirschender Frieden: Nach mehr als einem Jahr Streit um den geplanten Solarpark in Chemnitz-Glösa haben sich Bürgerinitiative und Investor auf einen Kompromiss geeinigt. Verhindern können die Anwohner die Anlage nicht - aber sie haben deutliche Zugeständnisse erreicht.

Rolf Richter (69, l.), Katrin Scherwenk (60) und Volker Kaufmann (80) von der Bürgerinitiative "Stoppt den Solarpark Glösa" haben monatelang gegen die ursprünglichen Pläne mobilgemacht.  © Kristin Schmidt

Der Solarpark zwischen der Eigenheimsiedlung an der Ammernstraße und der A4 sorgt seit 2025 für Ärger. Die erste Baugenehmigung war bereits im Juni 2024 erteilt worden. Viele Nachbarn erfuhren erst Monate später von dem Vorhaben, gründeten eine Bürgerinitiative und zogen vor Gericht.

Nun wird neu geplant. Statt der ursprünglich bekannten rund 26 Hektar umfasst die Anlage noch 18 Hektar. Die Solarmodule sollen rund 30 Meter Abstand zu den Häusern halten, dazu kommt ein etwa zehn Meter breiter Grünstreifen mit Bäumen und Sträuchern.

Die Transformatoren rücken Richtung Autobahn. Auch beim Brandschutz wird nachgebessert: Geplant sind eine Feuerwehrumfahrt und zwei Löschwasserzisternen. Zudem werden die Module anders ausgerichtet, um Blendungen zu reduzieren.

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BI-Sprecherin Katrin Scherwenk (60) spricht trotzdem nicht von einem Sieg. "Das war das Maximum, was ich rausholen konnte", sagt sie. Ein weiterer Rechtsstreit wäre teuer und der Ausgang unsicher gewesen. "Das ist kein Sieg, aber es ist ein kleiner Schritt."

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Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos, Foto) übernahm den festgefahrenen Konflikt von Vorgänger Michael Stötzer (53, Grüne) und stellte sich später persönlich den Anwohnern.  © Sven Gleisberg
Auf dieser Fläche zwischen Wohnsiedlung und Autobahn soll die Photovoltaikanlage entstehen - die Nähe zu den Häusern hatte den Protest ausgelöst.  © Kristin Schmidt

Stadt hat grünes Licht gegeben

Klare Ansage am Straßenrand: Mit solchen Bannern machte die Bürgerinitiative ihren Widerstand gegen den Solarpark in Glösa öffentlich sichtbar.  © Kristin Schmidt

Für die Änderungen musste die Münchner PV Chemnitz-Glösa GmbH einen neuen Bauantrag stellen. Die Stadt hat inzwischen grünes Licht gegeben.

Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) lässt über eine Stadtsprecherin ausrichten: "Aus Sicht der Stadt Chemnitz handelt es sich um einen guten Kompromiss." Die Bürgerinitiative sei dabei "auf einen kooperativen Investor getroffen".

Die Anwohner bleiben sauer. "Unser Ärger ist nicht verflogen", sagt Scherwenk. Das Vorgehen der Stadt sei für sie weiterhin "ein kommunalpolitisches Totalversagen".

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Kütter persönlich nimmt sie allerdings aus der Schusslinie. Er habe den Streit von seinem Vorgänger geerbt und sei beim Treffen mit den Anwohnern sachlich aufgetreten.

Auch dem Investor macht sie inzwischen weniger Vorwürfe. "Der Bauherr ist Unternehmer. Der hat grundsätzlich nichts falsch gemacht." Liebe zum Solarpark kommt dennoch nicht auf. Scherwenk: "Ich finde ihn immer noch ganz grässlich."

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