Paukenschlag in Chemnitz! Höchstes Hotel der Stadt soll dichtmachen
Chemnitz - Hiobsbotschaft für Chemnitz: Das höchste Hotel der Stadt soll dichtmachen!
Wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilt, kündigte die Betreibergesellschaft Maya Hotel Operations die Schließung des Traditionshotels an.
Bitter! Wie es mit den 40 Mitarbeitern im Congress Hotel Chemnitz weitergeht - unklar. Thomas Lißner von der NGG tobt: "Die Entscheidung des Betreibers, das Hotel zu schließen, ist ein Arschtritt für die Beschäftigten!"
Die NGG kritisiert den Betreiber des Hotels heftig. Er habe das Haus nicht nachhaltig geführt, heißt es. So gebe es nach Informationen der Gewerkschaft einen Investitionsstau - vor allem beim Brandschutz.
Die Kritik am Betreiber hört nicht auf. "Maya Hotel Operations hat das Jahr der Kulturhauptstadt noch mitgenommen. Das Congress Hotel war komplett ausgebucht, das Personal arbeitete monatelang am Anschlag mit enormen Überstunden. Jetzt heißt es einfach Tschüss und das Haus und die Beschäftigten stehen vor einer ungewissen Zukunft", teilt die Gewerkschaft mit.
Wann genau das Hotel schließt, ist nicht bekannt. Versucht man online ein Zimmer zu reservieren, ist dies jedoch nur noch bis Ende Januar möglich.
TAG24 konfrontierte den Betreiber des Hotels mit den Vorwürfen. Eine schriftliche Anfrage soll zeitnah beantwortet werden, heißt es.
Chemnitzer Wolkenkratzer-Hotel feierte erst vor Kurzem 50-jähriges Jubiläum
Erst im vergangenen Jahr feierte Chemnitz' einziger Wolkenkratzer 50-jähriges Jubiläum. Im Jahr 1969 begann der Bau des Mega-Gebäudes, 1974 eröffnete das Interhotel Kongress in Karl-Marx-Stadt.
Seitdem übernachteten knapp zehn Millionen Gäste im heutigen Congress Hotel - darunter auch Gerhard Schröder, Angela Merkel, Roland Kaiser und Helene Fischer.
Nach Baubeginn im Jahr 1969 wuchs das Gebäude in fünf Jahren zum modernsten Hotel der DDR mit fast 400 Zimmern und bis zu 738 Betten heran (mittlerweile gibt es nur noch 226 Zimmer).
Bis 1991 war das Interhotel Kongress das führende Etablissement in der Stadt. Es gab sechs Restaurants und drei Salons mit insgesamt 1 085 Plätzen. Von 1992 bis 1996 wurde es dann komplett saniert.
Nach der Wiedervereinigung führte die Accor-Gruppe das Haus als Mercure Hotel. Bis 2017 zierte der einprägsame pinke Schriftzug das 97 Meter hohe Gebäude. Ab 2018 wurde das Hotel von Dorint betrieben, seit Januar 2024 von der GCH Hotel Group.
Titelfoto: Kristin Schmidt

