Seit 120 Jahren: Die wahnsinnige Glückssträhne der Chemnitzer Hauptfeuerwache
Chemnitz - Seit 120 Jahren steht die Hauptfeuerwache an der Schadestraße in Chemnitz. In dieser Zeit hat sie Brände, Bombenangriffe, Hochwasser und Unwetter erlebt. Mehrfach hätte die Geschichte des markanten Gebäudes aber auch ganz anders ausgehen können.
"Die Feuerwehrwache hat eine wahnsinnige Glückssträhne gehabt", sagt der Leiter Ulf Wilhelm (59). Der erste Glücksfall reicht zurück bis ins Jahr 1905. Damals beschloss die Stadt den Bau des Neuen Rathauses auf dem Neumarkt - genau dort, wo bis dahin die Feuerwache stand.
Die Feuerwehr bekam also ein neues Zuhause: Am 2. Oktober 1905 wurde an der Schadestraße der Grundstein gelegt, am 15. Dezember 1906 zog die Berufsfeuerwehr in das neue Gebäude ein.
Mit 80 Feuerwehrmännern und 20 Pferden ging es dort los. Ab 1919 waren die Einsatzfahrzeuge vollständig motorisiert, die Technik machte auch in den 1920er- und 1930er-Jahren laut Wilhelm rasante Fortschritte.
Dann kam der Krieg. Die Wache überstand schwere Bombenangriffe auf Chemnitz im Jahr 1945 weitgehend unbeschadet.
"Während alles rundherum in Schutt und Asche lag, hatte die Feuerwache als einziges Bestand und blieb in ihrer Funktionalität erhalten", sagt Wilhelm. Der nächste Glücksfall.
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Chemnitzer Hauptfeuerwache zählt 25.000 Einsätze pro Jahr
Auch nach dem Krieg blieb die Wache ein zentraler Standort für den Brandschutz. Und beinahe wäre ihre Geschichte dennoch zu Ende gegangen: Zu DDR-Zeiten gab es Pläne, das Gebäude abzureißen, um in der Nähe "eine Art Stadtautobahn" zu bauen. So weit kam es dann doch nie.
Nach der Wiedervereinigung begann schließlich ein weiterer großer Abschnitt in der Geschichte der Feuerwache. Ab 1991 wurde der Gebäudekomplex schrittweise saniert und über zwölf Jahre an die Anforderungen einer modernen Feuerwehr angepasst.
Auch 120 Jahre später arbeiten in der Feuerwache 1 rund um die Uhr die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr. Rund 25.000 Einsätze fahren sie jedes Jahr, im vergangenen Jahr wurden 667 Menschen dabei gerettet.
Einblicke in ihre Arbeit gibt die Feuerwehr am 5. September bei einem Tag der offenen Tür.
Titelfoto: Bildmontage: Repro: Uwe Meinhold, Uwe Meinhold

