"So begann es 1933 auch": Mega-Shitstorm auf Chemnitzer Café wegen 2G-Pflicht

Chemnitz - 2G-Wut in Chemnitz! Weil das Café Moskau in der Straße der Nationen die 2G-Regel eingeführt hat, hagelt es nun heftige Kritik. Im Netz überschlagen sich die Kommentare.

Das Café Moskau in Chemnitz lässt ab sofort nur noch Geimpfte oder Genesene ins Lokal (Archivbild).
Das Café Moskau in Chemnitz lässt ab sofort nur noch Geimpfte oder Genesene ins Lokal (Archivbild).  © Uwe Meinhold

"Wir haben uns entschlossen, ab sofort die 2G-Regeln (Zutritt für Geimpfte und Genesene) im Cafe Moskau einzuführen", teilte der Betreiber vor einigen Tagen auf Facebook mit.

Vorteil: Die Gäste können ohne Maske, Abstand und Kontakterfassung Cocktails trinken, Billard spielen und sich etliche Leckereien aus der Karte bestellen.

Nachteil: Ungeimpfte werden, selbst mit negativem Corona-Test, ausgeschlossen! Diese Tatsache sorgt für Ärger und Frust bei den Chemnitzern.

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Auf Facebook schreibt eine Userin: "Und somit ist diese Lokalität für mich und viele andere mehr Geschichte. Diesen Schwachsinn machen wir nicht mit!"

Ein weiterer Facebook-Nutzer geht sogar noch weiter, vergleicht die 2G-Regel mit der Machtergreifung Hitlers: "So begann es 1933 auch. Man hat bestimmte Bevölkerungsgruppen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen."

Doch es gibt auch Befürworter der 2G-Regel. Eine Userin schreibt dazu: "Kann ich nachvollziehen. Bei 2G kann er unbegrenzt öffnen, bei 3G darf er nur die Hälfte der Leute reinlassen. Nach der langen Schließzeit ist eine volle Hütte wichtig."

Der Betreiber des Cafés äußerte sich bisher auf Anfrage von TAG24 nicht.

Auf Facebook gab's etliche Kommentare gegen die 2G-Regel im Café Moskau.
Auf Facebook gab's etliche Kommentare gegen die 2G-Regel im Café Moskau.  © Screenshot/Facebook

Gastronomen in Sachsen müssen sich zwischen 2G und 3G entscheiden

Sächsische Gastronomen können sich entscheiden: 3G- oder 2G-Modell (Symbolbild).
Sächsische Gastronomen können sich entscheiden: 3G- oder 2G-Modell (Symbolbild).  © Julian Stratenschulte/dpa

Seit Ende September dürfen Veranstalter oder Gastronomen in Sachsen das sogenannte 2G-Optionsmodell anwenden.

Dass bedeutet, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben, dafür fallen der Mindestabstand, die Maskenpflicht und Kapazitätsbeschränkungen weg. So steht es in der neuen Corona-Schutzverordnung.

Das Optionsmodell sei, wie es der Name schon sagt, freiwillig. Niemand sei verpflichtet, jeder könne das Modell für sich selbst abwägen, erklärte Sozialministerin Petra Köpping (63, SPD).

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Wer sich nicht für das 2G-Modell entscheidet, der muss zwangsläufig das 3G-Modell anwenden - dann allerdings mit Maske und Abstand.

Titelfoto: Screenshot/Facebook, Uwe Meinhold

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