Statistik zeigt bittere Wahrheit: Chemnitz hat die älteste Bevölkerung in Europa

Chemnitz - Junge Menschen sind in Chemnitz Mangelware! Zumindest laut dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat). Demnach lag das Durchschnittsalter in Chemnitz im EU-Vergleich am höchsten.

Im EU-Altersranking ganz oben: die Stadt Chemnitz.
Im EU-Altersranking ganz oben: die Stadt Chemnitz.  © Uwe Meinhold

Im Jahr 2020 lang das Durchschnittsalter der EU-Bevölkerung bei 43,9 Jahren. Zum Vergleich: 2001 waren es 38,4 Jahre. Die EU-Bevölkerung ist also in den vergangenen Jahren deutlich älter geworden.

Besonders interessant: "Eurostat" verglich verschiedene Regionen in Europa. Heraus kam, dass Chemnitz die Region mit dem höchsten Durchschnittsalter ist - 52 Jahre.

Dicht gefolgt von der italienischen Region Ligurien (51,4 Jahre) und weiteren vier Regionen in Deutschland: Sachsen-Anhalt (51,2 Jahre), Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (beide 50,5 Jahre) und Thüringen (50,3 Jahre).

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Am jüngsten sind die Menschen laut "Eurostat" in der französischen Region Mayotte - dort lag das Durchschnittsalter bei unglaublichen 17,7 Jahren! Es folgt eine weitere französische Region, Guyane (26,1 Jahre), und die spanische Region Ciudad Autónoma de Melilla mit einem Alter von 34,4 Jahren.

Übrigens: Die jüngste deutsche Region ist Hamburg mit einem Durchschnittsalter von 40,9 Jahren. Dicht gefolgt von Berlin (41,1 Jahre).

Altes Chemnitz! In der Stadt wohnen durchschnittlich die meisten alten Menschen in Europa (Symbolbild).
Altes Chemnitz! In der Stadt wohnen durchschnittlich die meisten alten Menschen in Europa (Symbolbild).  © 123rf/fm05

TAG24 fragt Experten: Warum ist Chemnitz so alt?

Ulrich Weiser (41) vom Chemnitzer "FOG"-Institut weiß, warum die Bevölkerung in Chemnitz so alt ist.
Ulrich Weiser (41) vom Chemnitzer "FOG"-Institut weiß, warum die Bevölkerung in Chemnitz so alt ist.  © FOG-Institut Chemnitz

Dass Chemnitz einen hohen Altersdurchschnitt aufweist, hat seinen Ursprung in den 1990er-Jahren.

"Damals gab es einen ohnehin historischen Geburtenknick. Gleichzeitig zogen viele junge Leute in den Westen", erklärt Ulrich Weiser (41), Inhaber des Forschungsinstituts "FOG".

Außerdem würde Chemnitz der Zuzug fehlen. "Natürlich ziehen auch junge Leute nach Chemnitz, allerdings sind es nicht so viel wie beispielsweise nach Leipzig", so Weiser.

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"Junge Menschen, die in die Stadt ziehen, bedeuten natürlich auch Neugeborene, die den Altersdurchschnitt nach unten drücken", erklärt der Forscher.

Im Zuge des Kulturhauptstadtjahres 2025 muss es Chemnitz also schaffen, viele junge Leute zu begeistern, in die Region zu ziehen.

So kann die Stadt ihr Schlusslicht in Sachen Altersdurchschnitt möglicherweise abgeben.

Titelfoto: Uwe Meinhold, 123rf/fm05

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