Chemnitz - Große Stars, 20.000 Fans und klingelnde Kassen - so könnte das CFC-Stadion zur Konzertarena werden. Doch auf der Fischerwiese in Chemnitz bleibt es musikalisch erstaunlich ruhig. Warum steigen hier keine großen Konzerte?
Das eins-Stadion an der Gellertstraße gehört der Stadt und wurde 2018 zur Betreibung an die GGG verpachtet. Die Vermarktung liegt bei der C3 Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH. Auf ihrer Homepage wirbt sie mit einer Kapazität von bis zu 20.000 Gästen für Konzerte und andere Großveranstaltungen.
Besonders brisant: Am 8. Juli 2015 bewilligte der Stadtrat zusätzlich rund 1,67 Millionen Euro für den Stadionumbau. Die geplanten Zusatzmaßnahmen kosteten insgesamt rund 1,875 Millionen Euro. Damit sollte das Stadion unter anderem für Open-Air-Veranstaltungen attraktiver werden.
Doch die Wirtschaftlichkeit macht Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. "Ein hoher Kostenfaktor ist hierbei der komplette Tausch des Rollrasens nach dem Konzert, der zwingend erforderlich ist und mehrere Hunderttausend Euro kostet", erklärt C3-Geschäftsführer Ralf Schulze (59).
Hinzu kämen Ausgaben für Bühne, Technik und Schutzplatten. Veranstalter seien bislang nicht bereit gewesen, diese Kosten zu tragen. Ein einzelnes Konzert lohne sich daher nicht.
C3 setzte im Kulturhauptstadtjahr bei großen Konzerten auf den Küchwaldpark
In Stadien der 1. und 2. Bundesliga seien große Konzerte häufiger. Dort werde der Rasen ein- bis dreimal pro Saison ausgetauscht. In Chemnitz geschah das zuletzt 2009. Internationale Stars bevorzugten zudem große Stadien mit 40.000 bis 80.000 Plätzen.
Für kleinere Konzerte setzt die C3 auf die Messe Chemnitz (fünf bis zehn Anfragen pro Jahr) und das Wasserschloss Klaffenbach, wo jährlich bis zu 18 Open-Air-Konzerte steigen. Für größere Shows gebe es kaum Anfragen. Der Markt konzentriere sich in der Region vor allem auf Leipzig und Dresden.
Ganz ohne Musik blieb das Stadion dennoch nicht: 2019 kamen 4600 Besucher zum ersten Weihnachtssingen. Auch das Sportevent "Sports United" findet dort regelmäßig statt.
Für die Kulturhauptstadt 2025 setzte die C3 bei großen Konzerten stattdessen auf den Küchwaldpark. Dort traten Bryan Adams und Sido auf - vor jeweils 12.000 Fans und bei deutlich geringeren Produktionskosten.