"Weg der Erinnerung" in Chemnitz: Stilles Spalier erinnert an 395 Krankenmorde
Chemnitz - An der Flemmingstraße in Chemnitz wurde am heutigen Freitag zum Tag der Befreiung der "Weg der Erinnerung" eingeweiht. Er soll an die Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde erinnern. Insgesamt 395 Namensschilder bilden ein stilles Spalier aus Menschen mit demselben Schicksal.
Der Weg führt vom Denkmal der "Grauen Busse" durch das Gelände der Blindenanstalt bis zum Denkmal "Gedenken". Entlang der Strecke informieren mehrere Stelen über die historischen Hintergründe sowie über die Menschen, die während der NS-Zeit deportiert und ermordet wurden.
Der 8. Mai als bundesweiter Gedenktag wurde nicht zufällig als Eröffnungsdatum gewählt: "Er erinnert uns an das Ende nationalsozialistischer Gewaltherrschaft, an das Ende von Krieg, Terror, Verfolgung und systematischer Vernichtung", sagte Axel Brückom (54), Geschäftsführer der SFZ-Gruppe, bei der Eröffnung.
"Für viele Menschen bedeutete dieser Tag die Rettung. Für viele kam er aber zu spät - auch für Menschen mit Behinderung, für Kranke, Kinder und Jugendliche, die als nicht nützlich, als bildungsunfähig oder als lebensunwert abgestempelt wurden."
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Ihnen soll auf dem "Weg der Erinnerung" gedacht werden. Landesinklusionsbeauftragter Michael Welsch (58) betonte: "Auch 81 Jahre nach dem Ende dieser Schrecken darf nichts verblassen, was damals geschah."
Titelfoto: Sven Gleisberg