Chemnitzer Grünen wollen Kultur-Rettungsaktion durch Spenden beim Ticketkauf
Chemnitz - Die Chemnitzer Grünen wollen aus jedem Ticketkauf eine kleine Kultur-Rettungsaktion machen. Wer ins Theater geht, in den Tierpark will oder ein Angebot der städtischen Häuser nutzt, soll künftig mit ein paar Klicks gleich noch eine Spende dalassen können. Nächsten Mittwoch berät der Stadtrat über den Vorstoß.
"In Zeiten klammer städtischer Kassen sollten wir diese Möglichkeit nicht ungenutzt lassen", macht Stadträtin Anna Lanfermann (36) klar. Ohne großen Mehraufwand erreiche man so genau die Menschen, die ohnehin für Kultur brennen.
Dahinter steckt mehr als nur ein zusätzlicher Button im Bezahlfenster: Die Grünen wollen, dass das Geld möglichst an konkrete Projekte gebunden wird: "Wenn ich weiß, dass mein Geld für einen konkreten guten Zweck genutzt wird, bin ich eher bereit, etwas zu geben."
Doch ganz so leicht ist die Sache offenbar nicht. Noch-Kulturbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (67, parteilos) bremst die Euphorie. Schon heute gebe es Fördervereine, Freundeskreise und Patenschaften, über die zweckgebundene Spenden möglich seien.
Beim direkten Ticketkauf sehe es technisch aber kompliziert aus: "Für beide Kassensysteme im Kulturbetrieb ist die Nutzung einer Spendenoption mit dem Ticketkauf ausgeschlossen."
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Ganz unmöglich ist das Modell aber nicht. Ruscheinsky erklärt auch: "Mit der Realisierung sind finanzielle und personelle Aufwendungen verbunden."
Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold, Kristin Schmidt
