Fernwärme wird immer teurer: Chemnitzer Grüne fordern Entlastungen für Kirchen
Chemnitz - Hohe Fernwärmekosten machen den Chemnitzer Kirchgemeinden zu schaffen. Zu Ostern mussten zuletzt sogar Gottesdienste ausfallen, weil das Heizen zu teuer geworden war. Nun fordern die Grünen im Stadtrat Lösungen, um die Kirchen zu entlasten.
Hintergrund für die Probleme ist die neue Preisstruktur der eins energie bei der Fernwärme. Diese gilt seit der Umstellung von Kohle auf Erdgas. Besonders betroffen sind davon große Kirchengebäude.
Sie werden zwar oft nur an wenigen Tagen im Jahr beheizt, doch die Grundkosten schlagen stark zu Buche.
Bei der Gemeinde St. Petri-Schloß fielen plötzlich allein für den Anschluss ans Fernwärmenetz für ihre beiden Kirchen auf dem Theaterplatz und auf dem Schloßberg rund 40.000 Euro an, erläuterte Matthias Nitz vom Vorstand der Gemeinde die Situation zu Ostern.
Die Grünen im Stadtrat sehen deshalb Handlungsbedarf. Fraktions-Chef Volkmar Zschocke (57) kritisiert, dass es bislang keine konkreten Entlastungsvorschläge gebe, obwohl die Kirchen der Stadt auch als Veranstaltungsorte für Konzerte, Ausstellungen und kulturelle Angebote von Bedeutung seien.
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Stadt verweist auf gesetzlichen Vorgaben für Fernwärmepreise
"Es braucht einen ernsthaften Blick auf praktikable Lösungen, von technischen Einsparmaßnahmen über Fördermöglichkeiten bis hin zu langfristig tragfähigen Energiekonzepten", so Zschocke. "Die Nutzung unserer kulturellen Infrastruktur darf nicht an den Energiekosten scheitern."
Die Stadt verweist auf die gesetzlichen Vorgaben für die Fernwärmepreise: "Diese gestatten keine flexiblen oder angepassten Vertragsmodelle für besondere Gebäudetypen oder Nutzungsverhalten", sagt Finanzbürgermeister Ralph Burghart (56, CDU).
Gleichzeitig habe es bereits Gespräche mit dem Energieversorger und den Gemeinden gegeben, um Einsparmöglichkeiten zu prüfen.
Titelfoto: Bildmontage: Sven Gleisberg, Kristin Schmidt (2)
