Chemnitzer Rathaus will weitere Kita-Plätze streichen

Chemnitz - Chemnitz schrumpft - und mit der Stadt schrumpfen auch die Kitas weiter. Die Zahlen sind deutlich: Bis 2027/28 will die Stadt noch einmal mehr als 1000 Betreuungsplätze abbauen. Der Stadtrat soll auf der nächsten Sitzung die neue Kita-Bedarfsplanung beschließen.

Das Jugendhaus Solaris in Kappel: Im Zuge der Kita-Bedarfsplanung sollen 40 Betreuungsplätze abgebaut werden.  © Uwe Meinhold

Besonders hart trifft es Glösa-Draisdorf. Dort wird die Außenstelle an der Schmidt-Rottluff-Straße geschlossen, 30 Plätze fallen komplett weg.

Auch bei Solaris wird gestrichen: In der Kita Irkutsker Straße verschwinden 40 Plätze, Krippe und Kindergarten werden reduziert, um Platz für Hortkinder zu schaffen.

Zusätzlich haben 14 Kindertagespflege-Personen ihre Arbeit mangels Nachfrage bereits beendet.

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Die Kita-Chefin im Jugendamt, Anette Stolp (58), verteidigt den Kurs: "Wir müssen den realen Bedarf und die verfügbaren Kapazitäten ehrlich darstellen und gleichzeitig den Blick nach vorn richten."

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45 Prozent der Eltern nutzen einen Kitaplatz

Die Chefin der Chemnitzer Kindergärten, Anette Stolp (58), verteidigt die weitere Kita-Bedarfsplanung.  © Raik Bartnik

Der Grund für den Kahlschlag ist nüchtern: immer weniger Kinder, immer weniger Geburten. Gleichzeitig nehmen Eltern Krippenplätze deutlich seltener in Anspruch.

Aktuell nutzen nur 45 Prozent der Eltern mit Kindern im Krippenalter überhaupt einen Platz. Im Kindergartenbereich liegt die Quote bei 86 Prozent, im Hort bei 91 Prozent.

Die Stadt zieht daraus klare Zielmarken: Künftig sollen 48 Prozent der Krippen- und 87 Prozent der Kindergartenkinder versorgt werden. Stolp spricht von einer strategischen Entscheidung: Wenn man nichts tue, laufe man Gefahr, alle Einrichtungen langsam ausbluten zu lassen - mit personellen und wirtschaftlichen Folgen.

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Konkrete weitere Schließungen nennt die Stadt bewusst (noch) nicht. Stattdessen sollen ab Frühjahr alle Stadtteile einzeln auf den Prüfstand.

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