Debatte um Pädokriminelle im Vereinssport: Das fordern Chemnitzer Politiker jetzt

Chemnitz - Der Chemnitzer Vereinssport braucht schärfere Regeln - das sagen die Linken im Stadtrat. Ihre Forderung: Trainer in Chemnitzer Sportvereinen müssen künftig ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Nur dann soll es städtische Fördermittel geben. Der Vorstoß kommt nächste Woche in den Stadtrat.

Der ehemalige Kindertrainer im Jahr 2021 vor dem Chemnitzer Landgericht.
Der ehemalige Kindertrainer im Jahr 2021 vor dem Chemnitzer Landgericht.  © Harry Härtel/Haertelpress

Vorausgegangen ist ein konkreter Fall: Bei den Sportfreunden Chemnitz-Süd arbeitete nach einem Bericht der "taz" ein Trainer mit Kindern, obwohl seine pädokriminelle Vergangenheit im Internet nachlesbar war.

Erst nach einer Presseanfrage trennte sich der Verein von dem vorbestraften Mann. Für die Linken zeigt der Fall eine gefährliche Kontrolllücke. "Die Sportvereine bemühen sich sehr, doch es geht um mehr Sicherheit für alle."

Unterstützung kommt von der Kinder- und Jugendbeauftragten der Stadt. "Der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Sportbereich ist ein sehr wichtiges Thema, das ernst genommen werden muss“, betont Dina Norberger.

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Sportvereine seien zentrale Orte der Freizeitgestaltung und trügen eine besondere Verantwortung. Und weiter: "Bei ehrenamtlicher Tätigkeit ist das erweiterte Führungszeugnis gebührenfrei."

Ein verurteilter Pädokrimineller arbeitete bei den Sportfreunden Chemnitz-Süd.
Ein verurteilter Pädokrimineller arbeitete bei den Sportfreunden Chemnitz-Süd.  © Ralph Kunz
Blick auf den Sportplatz des Vereins Sportfreunde Chemnitz-Süd.
Blick auf den Sportplatz des Vereins Sportfreunde Chemnitz-Süd.  © Ralph Kunz
Die Linken um Stadträtin Susanne Schaper (47) fordern schärfere Regeln für den Vereinssport in Chemnitz.
Die Linken um Stadträtin Susanne Schaper (47) fordern schärfere Regeln für den Vereinssport in Chemnitz.  © Kristin Schmidt
Für Dina Norberger geht es um den Schutz der Kinder.
Für Dina Norberger geht es um den Schutz der Kinder.  © Sven Gleisberg
Sport-Bürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos) warnt vor einem Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.
Sport-Bürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos) warnt vor einem Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.  © Ralph Kunz
Geht es nach den Linken, müssen Trainer in Sportvereinen Führungszeugnisse vorlegen. (Symbolbild)
Geht es nach den Linken, müssen Trainer in Sportvereinen Führungszeugnisse vorlegen. (Symbolbild)  © picture alliance / M.i.S.

Bürgermeisterin zurückhaltender

Deutlich zurückhaltender äußert sich Bürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos). Eine pauschale Pflicht sei rechtlich problematisch, da sie "einen erheblichen Eingriff in Persönlichkeitsrechte" darstelle.

Zudem gebe es bereits Regelungen für hauptamtlich im Kinder- und Jugendbereich tätige Personen, weshalb kein Änderungsbedarf bestehe.

Ein erweitertes Führungszeugnis enthält zusätzlich zum einfachen Führungszeugnis auch einschlägige Vorstrafen im Bereich Sexual- und Gewaltdelikte.

Titelfoto: Kristin Schmidt, picture alliance / M.i.S.

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