Endlich digitaler: Räte fordern den ChemnitzPass fürs Handy
Chemnitz - ChemnitzPass aufs Handy? Gleich mehrere Fraktionen im Stadtrat wollen, dass der Sozialrabatt künftig auch digital genutzt werden kann. SPD, Linke, Grüne und CDU/FDP können sich dabei ein Pilotprojekt vorstellen.
Der Pass ist zwar seit Jahren ein wichtiges Instrument für Menschen mit wenig Geld, doch die Nutzung bleibt überschaubar. "Es ist bekannt, dass bei Weitem nicht alle Anspruchsberechtigten das Angebot nutzen", sagt Maik Otto (48, SPD). Er setzt deshalb auf ein moderneres Format: "Mit einem digitalen Format auf der Höhe der Zeit können Bekanntheit, aber auch die praktische Anwendung bei den im ChemnitzPass enthaltenen Angeboten gesteigert werden."
Auch die Linke drückt aufs Tempo. Fraktions-Chefin Susanne Schaper (48) nennt den Vorstoß überfällig. "Es geht um ein strukturelles Problem: Ein Sozialpass darf 2026 nicht ausschließlich analog angeboten werden", sagt sie. Ihr Ziel: "Wir wollen Teilhabe zeitgemäß organisieren." Gleichzeitig betont sie: "Niemand darf ausgeschlossen werden. Deshalb soll ein digitales Angebot den bisherigen Pass ergänzen, nicht ersetzen."
Ende Februar 2026 gab es nach Rathaus-Zahlen mehr als 3300 gültige Chemnitzpässe. 2007 waren es noch rund 9400, später sackte die Zahl zwischenzeitlich auf nur noch etwa 2000 ab. Erst seit Beginn der Ukraine-Krise stiegen die Anträge wieder leicht.
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Bislang läuft vieles erstaunlich klassisch: Der ChemnitzPass kann per Post oder per E-Mail beantragt oder verlängert werden, danach wird er per Post zurückgeschickt. Wie lange die Bearbeitung dauert, erhebt die Stadt bislang nicht einmal.
Christin Furtenbacher (41) von den Grünen hält deshalb eine Handy-Lösung für sinnvoll. "Auf dem Handy haben die Leute den ChemnitzPass immer dabei. Die Stadt Chemnitz muss hier mit der Zeit gehen und das Angebot nutzerfreundlich gestalten", sagt sie.
Im Rathaus hält man sich noch bedeckt. Dort werde derzeit verwaltungsintern geprüft, welche digitale Variante überhaupt entwickel- und nutzbar wäre. Deshalb könne die Stadt aktuell weder etwas zur Zeitschiene noch zu den Kosten sagen.
Titelfoto: Bildmontage: Stadt Chemnitz, 123RF/stockbroker