Einsparungen von bis zu 2,9 Millionen Euro: Chemnitzer Rathaus kürzt Angebot der CVAG zusammen

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Chemnitz - Chemnitz setzt den Rotstift beim Nahverkehr an: Mit einem drastischen Maßnahmenpaket sollen fast 2,9 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. Hintergrund sind explodierende Kosten bei der CVAG, vor allem für Personal, Energie und neue Fahrzeuge. Der Stadtrat entscheidet Ende Mai über die Kürzungen, umgesetzt werden sollen sie bereits ab Ende des Jahres.

Die Sparmaßnahmen könnten dafür sorgen, dass an der Zentralhaltestelle schon bald deutlich weniger Busse unterwegs sind.
Die Sparmaßnahmen könnten dafür sorgen, dass an der Zentralhaltestelle schon bald deutlich weniger Busse unterwegs sind.  © Kristin Schmidt

Besonders einschneidend sind die geplanten Änderungen am Abend- und Nachtverkehr: Das Nachtnetz soll künftig bereits um 22.45 Uhr starten, also eine Stunde früher als bisher.

Gleichzeitig wird auch am Wochenende umgebaut: Samstags soll der Nachtverkehr bis 5.45 Uhr verlängert werden, an Sonn- und Feiertagen sogar bis 7.45 Uhr.

Komplett gestrichen werden soll die Buslinie 73 zwischen TU-Campus und Altchemnitz. "Nach vorliegenden Erkenntnissen ist die Nachfrage insgesamt gering", heißt es in der Beschlussvorlage.

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Die Verkehrsleistung stehe nicht in einem angemessenem Verhältnis zur Nachfrage. Konkret bedeutet der Wegfall, dass der Abschnitt zwischen Sportforum und dem Bahnhof Reichenhain künftig nicht mehr durch den regulären ÖPNV bedient wird, lediglich die Schülerlinie S91 bleibt dort bestehen.

Die Linie 73 wird ersatzlos gestrichen.
Die Linie 73 wird ersatzlos gestrichen.  © Ralph Kunz
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Chemnitzer Ortsteil Euba ebenfalls von Kürzungen betroffen

Die Buslinie 83 in Euba soll künftig nur noch einmal in der Stunde fahren.
Die Buslinie 83 in Euba soll künftig nur noch einmal in der Stunde fahren.  © Ralph Kunz

Eine weitere Sparmaßnahme trifft den Ortsteil Euba. Dort wird die bisherige Verdichtung auf einen 30-Minuten-Takt wieder zurückgenommen. Der engere Takt war 2020 nach einer Petition und politischen Beschlüssen eingeführt worden. Seitdem liege dort eine "Überbedienung und somit eine Bevorzugung dieses Stadtgebiets" vor.

Künftig soll die Linie 83 wieder nur noch einmal pro Stunde fahren. Auf zahlreichen weiteren Linien werden zudem vereinzelt Früh- und Spätfahrten wegfallen. Der Sommerferienplan soll ab nächstem Jahr auch samstags gelten.

"Betroffene wird es immer geben", räumte Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) ein. "Wir sind aber sehr ausgewogen vorgegangen." Das Kernnetz im Berufsverkehr bleibe erhalten.

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CVAG-Vorstand Jens Meiwald (62) betonte: "Es wird aus jetziger Sicht im Zuge der Maßnahmen keinen Personalabbau geben müssen."

Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos)
Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos)  © Sven Gleisberg
CVAG-Vorstand Jens Meiwald (62)
CVAG-Vorstand Jens Meiwald (62)  © Ralph Kunz

Was konkret wegfällt und was dadurch gespart wird

Noch fährt die 73 vom TU Campus nach Altchemnitz. Zum Ende des Jahres soll die Strecke wegfallen.
Noch fährt die 73 vom TU Campus nach Altchemnitz. Zum Ende des Jahres soll die Strecke wegfallen.  © Ralph Kunz

Rathaus und CVAG haben eine Liste mit den konkreten Einsparpotenzialen vorgelegt. Das steht drin:

Den größten Effekt bringt die Vorverlegung des Nachtnetzes auf 22.45 Uhr mit rund 687.000 Euro jährlich. Ebenfalls stark ins Gewicht fällt die Reduzierung von einzelnen Fahrten in Schwachlastzeiten mit etwa 748 000 Euro.

Weitere größere Posten sind die Anpassungen im Nacht- und Wochenendverkehr, etwa die Verlängerung des Nachtnetzes am Sonntagmorgen bis 7.45 Uhr (313.000 Euro) und am Samstagmorgen bis 5.45 Uhr (119.000 Euro).

Hinzu kommen strukturelle Änderungen im Liniennetz: Der Entfall der Linie 73 spart rund 164 000 Euro, die Rücknahme der Taktverdichtung in Euba etwa 216.000 Euro. Eine kleinere Maßnahme ist die Anpassung des Sommerferienfahrplans am Samstag mit rund 51.000 Euro.

Bereits umgesetzt ist zudem die optimierte Linienführung des Busses 51 im Stadtzentrum, wodurch unnötige Leerfahrten entfallen. Diese bringt jährlich rund 277.000 Euro Einsparung und soll dauerhaft fortgeführt werden.

Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt, Ralph Kunz

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