Fahrgastverband schlägt Alarm und warnt vor Sparmaßnahmen im Nahverkehr
Chemnitz - Die Stadt Chemnitz will Millionen sparen, Fahrgäste müssen dafür längere Wartezeiten hinnehmen: Ab Dezember wird das Chemnitzer Nahverkehrsangebot ausgedünnt. Auch andere Städte Mitteldeutschlands (Dresden, Görlitz, Halle) sparen und kürzen am Angebot. Der Fahrgastverband Pro Bahn schlägt Alarm – und fordert von Bund, Land und Kommunen eine dauerhaft sichere Finanzierung.
Für Landeschef Markus Haubold (40) geht die Entwicklung längst über einzelne Fahrplanänderungen hinaus. "Vielmehr droht ein struktureller Rückbau des öffentlichen Verkehrs. Genau deshalb brauchen wir jetzt eine verlässliche Finanzierung."
Seine Warnung trifft einen wunden Punkt: Wer Fahrgäste gewinnen will, darf ihnen das Fahren nicht immer schwerer machen. Haubold sagt: "Wer Takte ausdünnt und Verbindungen streicht, riskiert Fahrgastverluste und trägt zu einem Verlust an Lebensqualität in den betroffenen Kommunen bei."
Der Verband verlangt langfristige Zusagen für Personal, Fahrzeuge und Betrieb. Bestehende Verbindungen müssten gesichert werden.
Auch bei der Wiederbelebung stillgelegter Bahnstrecken dürfe nicht nur Geld für den Bau bereitstehen – der spätere Betrieb müsse ebenfalls bezahlbar sein.
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Die Forderung richtet sich ausdrücklich an alle politischen Ebenen. "Mobilität darf nicht davon abhängen, wie angespannt der Haushalt einer Stadt oder eines Landkreises gerade ist", betont Haubold.
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt, Sven Gleisberg
