Chemnitz - Chemnitz bekommt grünes Licht – und kann erst mal weiter selbst am Steuer bleiben. Wie das Rathaus mitteilt, hat die Landesdirektion (LDS) als Aufsichtsbehörde die Kreditaufnahme für 2026 genehmigt.
Heißt: Der Doppelhaushalt 2025/26 ist endgültig durch, die Stadt ist "voll handlungsfähig" und muss sich nicht von außen an die kurze Leine legen lassen.
Vor allem: Chemnitz braucht aktuell keinen Kassenkredit wie Leipzig und auch keine Nachtragssatzung, wie Dresden sie gerade vorbereitet.
Finanzbürgermeister Ralph Burghart (56, CDU): "Das Ziel, selbstständig entscheiden zu können, stand für mich stets an erster Stelle." Aber: Die Stadt stecke weiter in einer "sehr schwierigen finanziellen Lage".
Haupttreiber sind die explodierenden Sozialausgaben. Und die Landesdirektion macht klar: Das war’s noch nicht mit Sparen, es müssen weitere Maßnahmen her, um das Defizit zu drücken - möglichst nachhaltig, nicht nur mit dem Rasenmäher.
Die Zahlen zeigen, wie dünn das Eis ist: Der Haushalt liegt bei rund 1,1 Milliarden Euro pro Jahr. Investitionen: etwa 80 Millionen jährlich. Gleichzeitig plant Chemnitz mit einem Minus von 58 Millionen Euro (2025) und sogar 108 Millionen Euro (2026).
Unterm Strich heißt das: Die Rücklagen schmelzen, die liquiden Mittel werden bis Ende 2026 wohl aufgebraucht sein. Dann drohen Kassenkredite – also Geld auf Pump, nur um den Alltag zu bezahlen.