Für Übersetzungen, als Chatbot und beim Sortieren der Post: Chemnitz setzt auf KI
Chemnitz - Künstliche Intelligenz hält Einzug ins Chemnitzer Rathaus. Was bislang nach Zukunftsmusik klang, wird hinter den Kulissen der Stadtverwaltung bereits ausprobiert – von automatischer Übersetzung bis zu digitalen Assistenten für Bürgeranfragen. Jetzt wollte die SPD-Fraktion im Stadtrat genauer wissen: Wie weit ist die Stadt wirklich?
Von "zunehmender Bedeutung von Künstlicher Intelligenz in Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft" sprechen die Genossen und haben Bürgermeister Ralph Burghart (56, CDU) einen ganzen Fragenkatalog geschickt. Die Antwort zeigt: Chemnitz testet bereits mehrere KI-Projekte.
So wird derzeit ein KI-gestütztes Übersetzungssystem bereits produktiv eingesetzt. Damit sollen Texte schneller und effizienter übertragen werden.
Geplant ist unter anderem ein Chatbot für den Bürgerservice. Der soll künftig einfache Fragen der Bürger automatisch beantworten und damit die Mitarbeiter entlasten.
Ein weiteres Projekt zielt auf den Posteingang der Verwaltung. Dort könnte KI künftig Dokumente automatisch sortieren, klassifizieren und an die zuständigen Stellen weiterleiten.
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Eine Chance, die Verwaltung effizienter zu machen
Finanzbürgermeister Ralph Burghart (56, CDU) sieht darin vor allem eine Chance, die Verwaltung effizienter zu machen.
"Zum einen soll die Bearbeitungsdauer von Verwaltungsprozessen beschleunigt werden", erklärt Burghart. Gleichzeitig gehe es darum, Stellenkapazitäten besser zu nutzen.
Doch die Stadt setzt klare Grenzen: Entscheidungen trifft weiterhin ein Mensch. KI soll lediglich unterstützen, nicht bestimmen.
Auch rechtliche Fragen spielen eine Rolle. Die Verwaltung arbeitet deshalb an klaren Regeln und einer eigenen KI-Leitlinie für den Umgang mit den neuen Systemen.
Ganz billig wird das Ganze allerdings nicht. Für KI-gestützte Übersetzungsgeräte hat die Stadt bereits rund 29.000 Euro ausgegeben. Für weitere Projekte könnten in diesem Jahr noch einmal zwischen 100.000 und 150.000 Euro dazukommen.
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt, Lukas Schulze/dpa

