Neue AfD-Fraktion setzt auf Entspannung: "Wir wollen einen Haken an die Sache machen"
Chemnitz - Letzter Vorhang fürs AfD-Sommertheater in Chemnitz. Nach dem juristischen Tauziehen um die Existenz von zwei AfD-Fraktionen wird der Stadtrat bei einer Sondersitzung am kommenden Montag seine Gremien auf die veränderte Situation einstellen.
Die zwölfköpfige AfD-Ratsfraktion um Volker Dringenberg (53) versicherte im Vorfeld: "Wir wollen einen Haken an die Sache machen und zu Sachthemen zurückkehren."
Heißt: Es wird keine juristischen Schritte zur Anfechtung der zweiten AfD-Stadtratsfraktion um Nico Köhler (48) geben.
Auch der angedachten Vergrößerung der Ausschüsse zu einzelnen Fachgebieten von 13 auf 16 Stadträte wolle man sich nicht entgegenstellen. Die Erweiterung wurde vorgeschlagen, um zu verhindern, dass die AfD in den Gremien mehr Sitze erlangt als vor der Fraktionsspaltung.
Der neue Wille zum Chemnitzer AfD-Burgfrieden scheint auch von Landesebene angemahnt: "Der Landesverband sagt: Was soll dieser Kleinkrieg? Seht zu, dass ihr das klärt", gibt Fraktions-Chef Dringenberg zu. "Perspektivisch sollte man deshalb schon an einer Klärung arbeiten und Gespräche führen."
Zum ersten Prüfstein im Umgang beider AfD-Fraktionen könnten die zum Verwechseln ähnlichen Namen werden, deren bessere Unterscheidbarkeit der Oberbürgermeister gefordert hatte.
Titelfoto: Kristin Schmidt
