Treppe in Chemnitz seit Jahren gesperrt, aber nichts passiert: Wann wird hier endlich saniert?
Chemnitz - Nichts hält länger als ein Provisorium: Die nur halbherzig mit zwei Geländern gesperrte Steintreppe unterhalb der Grund- und Oberschule Schönau in der Guerickestraße in Chemnitz wartet seit August 2023, also seit zwei Jahren und acht Monaten, auf eine Sanierung. Doch auch jetzt ist ein Bautermin nicht in Sicht. Derweil nutzen Kinder die Treppe trotzdem.
"Da steht nicht mal ein Schild 'Betreten verboten'", klagt CDU-Stadträtin Solveig Kempe (44). "Wir waren alle mal jung und wissen, dass sich kein Kind von einem Geländer abhalten lässt. Entweder die sanierungsbedürftige Treppe ist nicht gefährlich - dann kann das Geländer weg. Oder sie ist gefährlich - dann muss eine richtige Sperre her plus Sanierungskonzept."
Doch daran ist nicht zu denken. Die Stadt erklärte auf TAG24-Nachfrage: "Eine Sanierung ist derzeit aufgrund von knappen Haushaltsmitteln nicht geplant."
Die Kostenschätzung inklusive neuer Stützmauer beläuft sich auf rund eine Million Euro.
Die Stadt setzt auf die Vernunft der Kinder: "Die Treppe ist durch einen Handlauf deutlich erkennbar versperrt" - was Schüler aus Schönau aber beim TAG24-Ortstermin nicht daran hindert, unter selbigem Handlauf hindurch wenige Meter weiter eine Böschung herunterzurennen.
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Eltern schimpfen: "Das geht weiter, bis was passiert"
Der stellvertretende Schulleiter Karsten Schott sieht die Lage weniger dramatisch: "Wir beobachten keine Schüler, die die Absperrung überklettern. Auch im Schülerrat ist das kein Thema."
Elternsprecher Mirko Siegmund (42) schimpft hingegen: "Es ist verantwortungslos von der Stadt, weil es mit Sicherheit Kinder gibt, die trotzdem durchlaufen." Verantwortungslos sei es auch, dass die Treppe seit zwei Jahren "nicht gebaut" werde.
Im Winter zeigten Fußspuren auf der verschneiten Treppe, dass sie sehr wohl genutzt wird. Eine Mutter (38) hält die Situation für "sehr schlecht". Sie fordert: "Sanieren oder richtig versperren." Ihre Tochter (9) stimmt zu: "Auf der Treppe laufen immer wieder Kinder."
Die Mutter Elke Vockerodt protestiert: "Für Kinder ist wieder mal kein Geld da." Ein Vater stimmt zu: "Das geht so weiter, bis was passiert."
Solveig Kempe fordert die Stadt deshalb auf, "das Thema nicht aus dem Auge zu verlieren".
Titelfoto: Ralph Kunz (2)

