Warum besuchen immer weniger Chemnitzer Kinder eine Krippe? Stadträte fordern Eltern-Befragung

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Chemnitz - Immer weniger Kinder gehen in eine Chemnitzer Krippe. Doch woran liegt das eigentlich?

Maik Otto (48, SPD) fordert zusammen mit weiteren Stadtrats-Kollegen eine Befragung der Eltern.
Maik Otto (48, SPD) fordert zusammen mit weiteren Stadtrats-Kollegen eine Befragung der Eltern.  © Uwe Meinhold

Genau das wollen die Stadträte Christin Furtenbacher (41, Grüne), Sandra Zabel (53, Linke) und Maik Otto (48, SPD) sowie Carsten Tanneberger, Regionalchef des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, jetzt wissen. Sie fordern eine anonyme Elternbefragung. Denn bislang kennt Chemnitz vor allem die Zahlen. Die Gründe dahinter aber nicht.

In der Kita-Bedarfsplanung ist der Rückgang längst sichtbar: Die Zahl der unter Dreijährigen sinkt von rund 5000 auf geschätzt 4800 bis 2027. Damit sollen die Krippen-Kapazitäten schrumpfen, von etwa 3200 Plätzen im Kita-Jahr 2025/26 auf gut 2600 Plätze 2027/28.

Doch es geht nicht nur um weniger Geburten. "Wir haben festgestellt, dass von den Kindern, die da sind, immer weniger anteilig in die Einrichtung kommen, vor allem in der Krippe", sagt Furtenbacher.

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Der Vorstoß will klären lassen, ob Kosten, Bürokratie, Wege, Öffnungszeiten, fehlendes Vertrauen oder andere Betreuungsformen eine Rolle spielen.

Furtenbacher: "Sollte sich herausstellen, dass es tatsächlich Hürden gibt für Familien, Kita in Anspruch zu nehmen, dann sollte man dem nachgehen und diese möglichst beseitigen."

Das "Sonnenhaus" am Harthweg läuft als Betreuungsstandort aus: Ab 2027/28 sind dort keine städtischen Kita-Plätze mehr geplant.
Das "Sonnenhaus" am Harthweg läuft als Betreuungsstandort aus: Ab 2027/28 sind dort keine städtischen Kita-Plätze mehr geplant.  © Uwe Meinhold
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Die Kita "Kleeblatt" an der Albert-Schweitzer-Straße schließt bereits zum 1. August 2026.
Die Kita "Kleeblatt" an der Albert-Schweitzer-Straße schließt bereits zum 1. August 2026.  © Uwe Meinhold

Betreuungsquote für Krippenkinder in Chemnitz bei 45 Prozent

Christin Furtenbacher (41, Grüne) will wissen, ob möglicherweise Kosten, Bürokratie, Wege, Öffnungszeiten, fehlendes Vertrauen oder andere Betreuungsformen eine Rolle spielen.
Christin Furtenbacher (41, Grüne) will wissen, ob möglicherweise Kosten, Bürokratie, Wege, Öffnungszeiten, fehlendes Vertrauen oder andere Betreuungsformen eine Rolle spielen.  © Uwe Meinhold

Die Stadt verweist auf die Freiwilligkeit der Kita-Betreuung, "wobei jedoch ein gesetzlicher Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr besteht, der in Chemnitz erfüllt werden kann."

Die Betreuungsquote für Krippenkinder lag 2025 in Chemnitz bei 45 Prozent - unter dem sächsischen Durchschnitt (54 Prozent).

Warum die Hintergründe nicht längst untersucht werden, beantwortete die Stadt nicht. Furtenbacher bleibt diplomatisch: "Ich wünsche mir, dass sie es jetzt machen. Möglicherweise braucht es auch einfach den Impuls."

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Diesen Impuls begrüßt auch Kinder- und Jugendbeauftragte Dina Norberger (39). Ein besseres Verständnis könne "wichtige Ansatzpunkte liefern, um bedarfsgerechte Angebote weiterzuentwickeln".

Frühkindliche Bildung beginnt oft schon in der Krippe: In Chemnitz wollen Stadträte jetzt wissen, warum immer weniger Eltern dieses Angebot nutzen. (Symbolbild)
Frühkindliche Bildung beginnt oft schon in der Krippe: In Chemnitz wollen Stadträte jetzt wissen, warum immer weniger Eltern dieses Angebot nutzen. (Symbolbild)  © picture alliance / dpa

Die Befragung solle kurz, einfach und mehrsprachig sein. Furtenbacher sieht mögliche Hürden schon im Alltag: "Das fängt auch an, dass manchen Familien vielleicht alleine schon das VMS-Ticket fehlt, um zur Einrichtung zu kommen."

Titelfoto: Bildmontage: picture alliance / dpa, Uwe Meinhold (3)

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