Weitere Austritte drohen: Bei der Chemnitzer SPD-Jugend fliegen die Fetzen
Chemnitz - Bei den Jusos, der Nachwuchsorganisation der SPD, rumort es weiter. Nach dem Rücktritt von Gabriel Fritz (22) als Chemnitzer Juso-Chef melden sich nun mehrere Mitglieder aus dem Umland zu Wort - darunter Jusos aus Mittelsachsen und dem Erzgebirge. Sie wollen anonym bleiben, kündigen aber ebenfalls ihren Austritt an. Ihr Vorwurf: Einschüchterung, Repressalien und politischer Druck durch den Landesvorstand.
Ein Juso beschreibt den Streit als Richtungsbruch. Zwischen Südwestsachsen und Teilen der Landesebene in Leipzig gebe es eine "ganz große ideologische Debatte". Wer nicht auf Linie sei, werde isoliert. Ihm selbst sei vorgehalten worden, er stütze ein sexistisches System - konkrete Vorwürfe kenne er bis heute nicht.
Fritz hatte nach monatelangen Querelen auf einer Vollversammlung vor einer Woche bereits das Handtuch geworfen. Auch er hatte von Druck und einem unfairen Verfahren gesprochen.
Jetzt sagt er: "Von meinen Schultern ist eine riesige Last gefallen. Ich bin nun offen für anderes und lasse mir Zeit mit einer Entscheidung, wo ich politisch hingehe."
Auch CDU-Nachwuchs erhöht Druck auf SPD-Jugend
Unterdessen erhöht auch der CDU-Nachwuchs den Druck auf SPD und Jusos.
Nach dem Rauswurf bei der Vollversammlung fordert Junge-Union-Chef Joel Hochmuth (23) weiterhin eine Entschuldigung - ausdrücklich auch wegen der Beleidigung nach der Versammlung.
Sollte SPD-Kreis-Chef Sebastian Reichelt (40) Gesprächsbedarf haben, könne er sich direkt an die JU wenden.
Titelfoto: Ralph Kunz