Chemnitz - Jetzt geht das große Feilschen los! Im Stadtrat beginnt am Mittwoch das Tauziehen um die Millionen aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz. Für Chemnitz stehen bis 2036 mehr als 184 Millionen Euro im Raum: gut 100 Millionen Euro zur freien Verfügung sowie jeweils rund 40 Millionen Euro für Straßen- und Brückenbau und Schulhausbau.
Doch die Rathausspitze dämpfte früh die Erwartungen. "Wir bekommen zwar Gelder, aber es ist keine Wundertüte", sagte OB Sven Schulze (54, SPD).
Finanzbürgermeister Ralph Burghart (56, CDU) wurde noch deutlicher: Es sei "viel zu wenig Geld", um entscheidend etwas zu bewegen.
Trotzdem ist die Wunschliste lang: Brücke Falkeplatz, Südring-Brücke oder eine Erschließungsstraße für den Terra Nova Campus für 3 Millionen Euro. Genau die wollen CDU/FDP und SPD streichen und das Geld lieber in Straßen und Fußwege stecken.
Auch bei den Schulen wollen beide Fraktionen nachjustieren: Die Oberschule Borna soll 2028 neu bewertet werden, zusätzlich sollen drei Millionen Euro in die Grundschule Kleinolbersdorf/Altenhain fließen. Die Linke will die Turnhalle der Comenius-Grundschule vorziehen.
BSW fordert 20 Millionen Euro fürs Opernhaus
Noch größer wird der Streit um den frei verfügbaren Millionentopf.
Die Stadt plant unter anderem 40 Millionen Euro für Opernhaus und Sprechtheater, 9,5 Millionen Euro für eine Sporthalle in der Innenstadt und 27 Millionen Euro für neue Dächer im Eissportzentrum und der Messehalle 1.
Die SPD will 2,5 Millionen Euro für "Sicherheit Innenstadt" streichen und das Theatergeld auf 44 Millionen Euro erhöhen.
Das BSW fordert 56 Millionen Euro fürs Schauspielhaus und 20 Millionen Euro fürs Opernhaus. Nach dem Beschluss muss Chemnitz die Liste bis zum 15. Juli 2026 bei der Landesdirektion einreichen.