Problemstrecke Chemnitz - Leipzig: Drittes Bahn-Krisengespräch endet erneut ohne Ergebnisse

Chemnitz - Es war als Signal gedacht, am Ende blieb vor allem Ernüchterung. Der dritte Bahngipfel im Hotel "Chemnitzer Hof" brachte nach zwei Stunden keine fassbaren Ergebnisse. Gesamtkosten und tatsächlicher Baubeginn liegen weiter völlig im Dunkeln.

Der RE6 verlässt mit Doppelstockwagen und Diesel-Lok den Chemnitzer Hauptbahnhof Richtung Leipzig - Sinnbild für die bis heute fehlende Elektrifizierung der Strecke.
Der RE6 verlässt mit Doppelstockwagen und Diesel-Lok den Chemnitzer Hauptbahnhof Richtung Leipzig - Sinnbild für die bis heute fehlende Elektrifizierung der Strecke.  © Sven Gleisberg

Immerhin: Für den Südabschnitt Chemnitz - Geithain stehen gut neun Millionen Euro für die weitere Planung zur Verfügung. Bund (42 Prozent) und Freistaat (58 Prozent) teilen sich die Kosten.

Bahnvertreter Martin Walden (59) kündigt an, "die Planungen im Herbst vorzulegen". Und der Nordabschnitt Geithain - Leipzig? Da bleibt es dünn. Die Bahn sagt, man befasse sich "auch" damit - mehr Verbindlichkeit gab’s nicht.

Aus der Runde drang das Jahr 2040 als möglicher Fertigungsstellungstermin.

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OB Sven Schulze (54, SPD) will das so nicht akzeptieren: "Wir wollen die Eröffnung der Strecke gerne noch erleben. Es muss die verbindliche Zusage geben, dass wir in den frühen 2030er-Jahren eine weitgehende zweigleisige und elektrifizierte Strecke zwischen Chemnitz und Leipzig im 30-Minuten-Takt haben werden."

Mathias Korda (46), Chef vom Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS), ergänzt: "Die gesamte Region drängt auf den schnellstmöglichen Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz - Leipzig für einen stabilen 30-Minuten-Takt."

Martin Walden (59), DB-Konzernbevollmächtigter, kam mit weitestgehend leeren Händen zum Bahngipfel nach Chemnitz.
Martin Walden (59), DB-Konzernbevollmächtigter, kam mit weitestgehend leeren Händen zum Bahngipfel nach Chemnitz.  © Maik Börner
VMS-Chef Mathias Korda (46) will deutlich mehr Tempo beim Ausbau der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz und fordert einen stabilen 30-Minuten-Takt.
VMS-Chef Mathias Korda (46) will deutlich mehr Tempo beim Ausbau der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz und fordert einen stabilen 30-Minuten-Takt.  © Ralph Kunz

Geduld der Wirtschaft ist erschöpft

Die Geduld der Wirtschaft ist erschöpft: IHK Chemnitz und Leipzig erwarten von der DB, dass "spätestens im Frühjahr 2026 konkrete Planungen für den Nordabschnitt sowie eine verbindliche Zeitschiene für den Südabschnitt (Chemnitz - Geithain) vorliegen".

Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Leipzig - Chemnitz sind seit Mitte der 2010er-Jahre politisch gesetzt. Ursprünglich war man von einer Fertigstellung 2029/2030 ausgegangen.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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