Alarmierende Zahlen! Mitarbeiter des Jugendamtes werden immer öfter attackiert

Dresden - Brennpunkt Jugendamt! Zahlen zeigen, dass jährlich Dutzende Stadtmitarbeiter zum Opfer körperlicher Angriffe werden. Ganz besonders im Jugendamt arbeitet es sich gefährlich, weil Kinder Angestellte schlagen und treten. Das Problem hat sich in den vergangenen Jahren verschärft.

53 Angriffe wurden 2025 auf Mitarbeiter des Jugendamts verübt.  © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Nach Stadtangaben wurden voriges Jahr 53 Angriffe auf Mitarbeiter des Jugendamts verübt. Insgesamt gab es 56 Angriffe auf Stadtangestellte, fast alle Übergriffe passieren also im Jugendamt - und das schon seit Jahren.

Brisant: Gegenüber 2024 stieg die Anzahl der Fälle um über 66 Prozent! Damals wurden "nur" 32 Übergriffe gemeldet.

"Ein Großteil der körperlichen Übergriffe geht dabei von Kindern aus, die sich in Obhut befinden, etwa in Form von Schlägen oder Tritten", schreibt die Stadt auf TAG24-Anfrage. In einzelnen Fällen würden Eltern übergriffig.

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An zwei Standorten - am Hauptsitz an der Enderstraße und an der Teplitzer Straße - ist Security eingesetzt, an anderen Standorten gibt es Zugangskontrollen.

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Sylvia Lemm (57) leitet das Jugendamt seit 2019.  © Dresden
Hier sitzt der Kinder- und Jugendnotdienst des Jugendamts.  © Norbert Neumann
An zwei Standorten hat die Stadt einen Sicherheitsdienst engagiert.  © imago images/MIS

Aus dem Stadtrat kommt die Forderung nach mehr Schutz für Mitarbeiter

AfD-Politiker Marco Dittrich (39) fordert ein neues Sicherheitskonzept.  © Eric Münch

Was ist der Grund für die Gewalt im Amt? Dazu will sich das Rathaus nicht äußern. Und sind aktuell konkrete Maßnahmen in Planung, die das Hauen und Treten beenden? Die Stadt betont, das "Bewusstsein für Bedrohungs- und Gefährdungslagen" seiner Beschäftigten zu fördern, regelmäßig Gefahrenlagen am Arbeitsplatz zu prüfen.

Stadtrat Marco Dittrich (39, AfD): "Die Sicherheitsmaßnahmen reichen offenbar nicht aus, sonst würden diese Zahlen nicht zustande kommen." In einem Antrag fordert seine Fraktion eine Untersuchung des Problems, neue Schutzmaßnahmen für Stadtmitarbeiter.

Stadtrat Moritz Knobel (31, Grüne) hält dagegen: "Die Zündschnur der Menschen ist kürzer geworden und das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Da hilft kein neues Konzept, sondern Prävention."

Im Dresdner Jugendamt arten Konflikte häufiger aus als in anderen Ämtern.  © 123RF
Stadtrat Moritz Knobel (31, Grüne) setzt auf Prävention.  © Eric Münch

Fraktionschef Holger Zastrow (57) von Team Zastrow: "Die Zahlen sind alarmierend, jetzt ist die Verwaltung gefordert, die Ursachen zu klären."

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