Dresden - Erst vor wenigen Tagen erhielt der schwedische Anbieter "Voi" die Erlaubnis für den Verleih Hunderter elektrischer Räder und Roller im Stadtgebiet. Vor allem E-Scooter standen einst gefühlt an jeder Ecke in der Innenstadt, blockierten zum Ärger vieler auch Fußwege. Nach anfänglichem Elektro-Boom vor sechs Jahren hat sich der Staub um die E-Roller nun scheinbar gelegt. Doch hinter den Kulissen tobt der Kampf um Dresdens Straßen weiter: Platzhirsch Lime musste die Stadt mit seinen Rollern sogar wieder verlassen.
Im Sommer 2019 hatten sich die ersten Verleih-Anbieter in Dresden vorgestellt, bald schwemmten Hunderte elektrifizierte Roller das Stadtzentrum. Von Anfang an dabei war Ami-Anbieter "Lime". Doch der musste mit seinen bis zu 1000 Rollern 2025 aus Dresden abdampfen – unfreiwillig.
Hintergrund war die Neuvergabe der Lizenzen im vergangenen Jahr, wie es der Stadtrat beschlossen hatte: Erlaubt sind maximal drei Anbieter für drei Jahre, danach startet ein neues Verfahren. Da sich 2025 sechs Verleiher beworben hatten, musste gelost werden.
Zu den Glücklichen gehören Bolt, Voi und RideMovi, die bis 2028 jeweils maximal 833 E-Scooter in Dresden anbieten dürfen, insgesamt also maximal 2499 Stück.
Pech dagegen hatte der Platzhirsch, "weshalb die mit Lime bestehende Kooperationsvereinbarung gekündigt werden musste", wie ein Rathaus-Sprecher mitteilt.
Lime geht rechtlich gegen Dresdner Entscheidung vor
Lime hätte "unser E-Scooter-Angebot in Dresden gern weiter bereitgestellt", teilte ein Sprecher mit, kritisierte das Losverfahren auch mit Blick auf entsprechende Unsicherheit und erschwerte langfristige Planung.
Nach TAG24-Informationen wehrt sich das Unternehmen rechtlich dagegen, laut Mitteilungen aus dem Geschäftsbereich des Verkehrsbürgermeisters Stephan Kühn (46, Grüne) läuft aktuell ein Widerspruchsverfahren zur Vergabe.
Immerhin: Seine bis zu 1000 E-Bikes darf Lime weiter anbieten, so wie auch Anbieter Voi. Hinzu kommen noch 2000 Mobi-Bikes (allerdings nicht elektrisch) der DVB.