Beliebte Fluggesellschaft kehrt Sachsen weiter den Rücken: "Konditionen am Standort nicht wettbewerbsfähig"
Dresden/Leipzig - Monatelange Verhandlungen bleiben ohne erfreuliches Ergebnis: Ryanair wird nicht an die sächsischen Flughäfen in Dresden und Leipzig zurückkehren, wie die irische Airline kürzlich mitteilte. Für die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) ein neuer Rückschlag in angespannten Zeiten.
Mit dem Angebot an Ryanair sei man wirtschaftlich "bis an die Grenze gegangen", sagte Konzernpressesprecher Uwe Schuhart gegenüber TAG24. Die bittere Realität: "In der Gesamtbetrachtung waren die Konditionen am Standort nicht wettbewerbsfähig genug, um Ryanair für 2027 zu gewinnen."
Die Billig-Airline hatte in Dresden bis März 2025 für eine direkte Verbindung nach Mallorca gesorgt, vom Flughafen Leipzig/Halle aus bediente Ryanair zuletzt die Strecke nach London.
Für die Fluggesellschaft seien bei ihrer Entscheidung nicht nur die Standort-, sondern auch staatlich bestimmte Kosten des gesamtdeutschen Luftverkehrs von Bedeutung, "auf die wir als Flughafenbetreiber keinen oder nur begrenzten Einfluss haben", so Schuhart.
Das gemeinschaftliche Ziel müsse es nun sein, die Kosten des Luftverkehrs in ganz Deutschland deutlich zu reduzieren. "Dazu gehören insbesondere die staatlich induzierten Kosten und die Luftsicherheitskosten."
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MFAG will nach Wegen suchen, "Ryanair wieder für Leipzig/Halle und Dresden zu gewinnen"
Zuletzt hatte es eigentlich positive Nachrichten von Sachsens Flughäfen gegeben: Im Juni - also sechs Monate vorfristig - erreicht die MFAG wichtige Sanierungsziele. Das sei "außerordentlich begrüßenswert, gerade in diesen Zeiten", sagte der Luftverkehrsexperte Hartmut Fricke von der Technischen Universität Dresden.
2025 hatte die Mitteldeutsche Flughafen AG außerdem erstmals einen Gewinn (10,5 Millionen Euro) erwirtschaftet. Doch die finanzielle Unterstützung durch Sachsen und Sachsen-Anhalt soll bis 2030 schrittweise auslaufen.
"Trotz derzeit schwacher konjunktureller Aussichten und hoher nationaler Standortkosten steht die Mitteldeutschen Flughafen AG in regelmäßigem Kontakt mit allen relevanten Airlines und Reiseveranstaltern, versicherten indes die Mitteldeutschen Flughäfen im Gespräch mit TAG24.
"Wir werden weiter an wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen arbeiten und nach Wegen suchen, Ryanair und andere Airlines wieder für Leipzig/Halle und Dresden zu gewinnen", betonte Schuhart. Ryanair teilte mit, sie sei weiter im Gespräch über mögliche Flüge im Winter 2027/28. Konkret sei aber nichts.
Von der Ryanair-Zurückhaltung ist indes nicht nur Sachsen betroffen. Wie am Mittwoch bekannt wurde, wird sich die irische Fluggesellschaft beispielsweise auch aus Bremen zurückziehen, ab dem kommenden Sommer nicht mehr von dem norddeutschen Flughafen starten. Das Angebot im deutschen Markt soll wegen der Kosten schrittweise weiter reduziert werden.
Titelfoto: Montage: Sebastian Kahnert/dpa, dpa | Georg Wendt, Thomas Türpe

