Beton statt Bäume: Hier steht das neue Vonovia-Projekt

Dresden - Es ist das größte Vonovia-Neubauprojekt in Dresden, sorgte bei Anwohnern für jede Menge Frust: An der Seidnitzer Straße (zwischen Straßburger und Pirnaischem Platz) klotzte der Immobilien-Gigant grüne Innenhöfe mit Betonbauten zu, ließ dafür mindestens 42 Bäume fällen. Jetzt ist das verdichtete Quartier fertig.

Rechts die bestehenden Häuser, links die Neubauten: Architekt Jens Heinrich Zander (52, v.r.), Vonovia-Regionalleiter Alexander Wuttke (41) und Projektleiter Lars Bendixen (45) sind zufrieden.
Rechts die bestehenden Häuser, links die Neubauten: Architekt Jens Heinrich Zander (52, v.r.), Vonovia-Regionalleiter Alexander Wuttke (41) und Projektleiter Lars Bendixen (45) sind zufrieden.  © Holm Helis

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit wurden die fünf hellgrünen Neubauten (vier bis fünf Stockwerke) nach den Entwürfen des Architekten Jens Heinrich Zander (52) planmäßig fertig.

Laut Vonovia sollen die fünfeckigen Häuser das bereits bestehende Ensemble aus den 1950er-Jahren "harmonisch ergänzen".

Die 132 barrierearmen Mietwohnungen (zwei bis fünf Räume, Fußbodenheizung, Balkon, Haus-Aufzug) kosten zwischen 10 und 11,50 Euro pro Quadratmeter, sollen "modernes und bezahlbares" Wohnen in Innenstadtlage ermöglichen.

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"Wir bekommen viel Zuspruch auch von Mietern aus den Bestandshäusern. Ich bin rundum zufrieden. Alle Wohnungen sind vermietet", sagt Vonovia-Regionalleiter Alexander Wuttke (41).

In diesem Areal musste das Grün der Innenhöfe für fünf Beton-Neubauten weichen.
In diesem Areal musste das Grün der Innenhöfe für fünf Beton-Neubauten weichen.  © Jürgen-M. Schulter
So sehen die Hausflure aus.
So sehen die Hausflure aus.  © Holm Helis

Die Neubauten mit Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern sind nicht höher als die bisherigen Häuser, lassen auch Platz für neues Grün.

Vonovia pflanzte 52 Bäume, errichtete Hochbeete, Spielplätze und Brunnen.

Dafür wurde auf Tiefgaragen verzichtet, 109 Stellplätze eingerichtet (auf Wunsch mit E-Ladesäulen).

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25 Millionen Euro investierte der Konzern in das Quartier, die letzten Arbeiten an den Außenanlagen sollen bald fertig werden.

Alle 132 Wohnungen haben bereits Mieter gefunden.
Alle 132 Wohnungen haben bereits Mieter gefunden.  © Holm Helis
Mit den hellgrünen Bauten wurde das Wohnquartier verdichtet.
Mit den hellgrünen Bauten wurde das Wohnquartier verdichtet.  © Holm Helis
"Besser geworden als befürchtet": Die langjährige Anwohnerin Birgit Hentschel (80) kann mit den neuen Häusern leben.
"Besser geworden als befürchtet": Die langjährige Anwohnerin Birgit Hentschel (80) kann mit den neuen Häusern leben.  © Holm Helis

Birgit Hentschel (80) wohnt seit 1973 in einem der Bestandshäuser, die teils nur wenige Meter von den Neubauten entfernt stehen. "Viele Bewohner müssen jetzt im Schatten leben. Im Sommer steht die Hitze, die Luft zieht nicht mehr gut durch", sagt sie.

"Und wir Alten sind traurig, dass die prächtigen Bäume und der Wäscheplatz verschwunden sind. Aber insgesamt ist es besser geworden als befürchtet."

Titelfoto: Holm Helis

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