Brosche statt Krone: Sachsens Weinadel wird jetzt männlich

Dresden - Die Königin ist tot - wo bleibt der König? Der Thron des sächsischen Weinlands blieb in dieser Saison leer. Nach heftigem Zank im vergangenen Jahr hat sich der Weinbauverband nun aufgemacht, das Zepter samt Hoheits-Handbuch zu übergeben. Erstmals können sich auch Prinzen und Könige auf den Posten bewerben.

Ex-Weinkönigin Maria Lehmann (36) räumt im sächsischen Weinland auf.
Ex-Weinkönigin Maria Lehmann (36) räumt im sächsischen Weinland auf.  © Eric Münch

Das bisherige Königinnenreich ist in Aufruhr! Seit vergangenem Sommer ist ihr Thron vakant. Im August 2025 verabschiedeten sich Weinkönigin Ivanna Wübken (32) und ihre Prinzessinnen, die Nachfolge blieb ungekrönt.

Obwohl Ex-Prinzessin Janine Merkel gern aufgerückt wäre. Doch der Verband sagte die Kür ab, es hatten sich nicht genügend Bewerberinnen für Königin und Prinzessinnenpaar gefunden.

Maria Lehmann (36) vom gleichnamigen Weingut und Ex-Weinkönigin 2017/18 sagt offen: "So, wie die Bedingungen damals gewesen sind, konnte ich das Amt nicht mehr empfehlen." Vieles habe man schleifen lassen. Ihr Arbeitskreis erarbeitet auch deshalb gerade ein Hoheits-Handbuch.

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Darin: Verhaltenshinweise bei Antrittsbesuchen, Rauchge- und verbote, richtiges Handeln bei sexueller Belästigung. Paten sollen die künftige Hoheit begleiten, dazu Medientraining für Politik und Postings.

Leidenschaft für die Traube! Sabrina Papperitz (33), Weinkönigin 2022/23.
Leidenschaft für die Traube! Sabrina Papperitz (33), Weinkönigin 2022/23.  © Norbert Neumann
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Maria Lehmann: "Uns ist das Geschlecht genauso egal wie 90-60-90"

Der Trauben-Thron ist ein umtriebiger! Ex-Weinkönigin Alona Chesnok (2023/24) beim Frühlingsmarkt Hoflößnitz.
Der Trauben-Thron ist ein umtriebiger! Ex-Weinkönigin Alona Chesnok (2023/24) beim Frühlingsmarkt Hoflößnitz.  © Steffen Füssel

Doch damit nicht genug! Zum ersten Mal dürfen sich jetzt auch Männer auf den höchsten Repräsentantenposten im sächsischen Weinland bewerben. "Uns ist das Geschlecht genauso egal wie 90-60-90. Es geht um eine Leidenschaft, die man vermitteln kann", sagt Lehmann.

Bewerberinnen und Bewerber sollen durch Fachwissen und Auftreten überzeugen - und bereit sein, auch um den deutschen Weinadelstitel zu kämpfen. Nur auf eine Krone müssen die Herren verzichten: Den künftigen König soll eine Brosche schmücken.

Bewerbungen aller Couleur also nimmt der Weinbauverband bis 31. Mai entgegen. Im August entscheidet eine 60-köpfige Jury über König oder Königin, Prinzen- oder Prinzessinnenpaar.

Titelfoto: Fotomontage/Eric Münch

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