Dresden - Konsum und Arbeit prägen (meist) unser Leben. Feiern gilt als sinn- und gemeinschaftsstiftender Ausgleich. Ist das Feiern auch ein subversiver, politischer Akt?
Dieser Frage widmet sich "Feierabend Forever" von Christiane Lehmann (Text und Regie). Uraufführung der Bürgerbühnen-Produktion war am Donnerstag im Kleinen Haus 3. Hübsch anzusehen ist das Stück, unterhaltsam auch.
Dicke Bretter werden indes nicht gebohrt.
Zuletzt wurde die Bevölkerung von Regierung, Politik und Kanzler reichlich beschimpft: Wir arbeiten nicht genug, feiern (!) zu oft krank, bevorzugen "Lifestyle-Teilzeit".
Entsprechend spielt das Stück im Reich von "König Fritze". Acht Spielende, die "Prinzies", suchen, abenteuerlich kostümiert, im glitzernden "Geschmeidewald" (Bühne und Kostüme: Tom Unthan) nach dem Festsaal "Fantasia", in dem sich endlos feiern lässt.
Dabei erzählen sie von ihren Erfahrungen mit der "Work-Life-Balance".
Kapitalismuskritik mit Happy End?
Es geht um freie Orte, Raves und Gruppensex, um die Angst vor Armut und der Wut, angesichts von Gewinnmaximierung und Leistungsdruck übersehen zu werden. Oft aktuell, aber selten tiefschürfend.
Als "märchenhafte Kapitalismuskritik" versteht sich "Feierabend Forever", lose inspiriert vom DEFA-Märchenfilm "Die zertanzten Schuhe" (1977). Nach 75 kurzweiligen, leidenschaftlich gespielten und oft witzigen Minuten voller Trash-Charme finden die "Prinzies" ihr "Fantasia".
Dann heißt es: "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tanzen sie noch heute!" Immerhin ein hedonistisches Happy End.