Wie eine junge Mutter zur angesehenen Kickboxerin wurde

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Dresden - Bereits mit Ende 20 verspüren viele den Druck, das Fundament für ihr restliches Leben gefestigt haben zu müssen – Traumjob, Partnerschaft, Familie. Während einige dort angekommen sind, herrscht bei anderen pure Ungewissheit.  Dass festgefahrene Gewohnheiten keineswegs das Ende bedeuten müssen, beweist die Dresdnerin Caroline Müllner (39).

Caroline (39) verbringt am Tag etwa eineinhalb Stunden im Fitnessstudio.
Caroline (39) verbringt am Tag etwa eineinhalb Stunden im Fitnessstudio.  © Thomas Türpe

Die gebürtige Freibergerin zog während ihrer Schulzeit nach Chemnitz und entdeckte dort eine außergewöhnliche Leidenschaft für sich: das Kickboxen. Mit gerade einmal 14 Jahren gab sie sich ganz dem Sport hin – jedoch aus einem erschreckenden Grund. "Mein damaliger Partner hat mich lange Zeit misshandelt", gibt Caroline offen zu.

Über zwei Jahre feilte sie an ihrer Technik, bis sie schlussendlich ihr Hobby berufsbedingt aufgeben musste. "Nach meinem Abschluss startete ich die Lehre zur Altenpflegerin." Über zwei Jahrzehnte kümmerte sich Caroline um hilfsbedürftige Menschen, arbeitete in Schichten.

Mit fast Ende 30 wagte sie einen Neuanfang – rückblickend eine ihrer besten Entscheidungen. "Vor zwei Jahren habe ich alles auf den Kopf gestellt: Ich habe mich selbstständig gemacht und gehe endlich wieder meinem früheren Hobby nach."

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Ausschlaggebende Gründe waren dabei ihr Sohn (13) und ihre Tochter (7), die sie durch den Schichtdienst nur selten sah. Caroline hängte ihren Job an den Nagel, ein Wagnis, das sich auszahlte: "Ich habe nun viel mehr Zeit für meine Kinder."

Caroline trainiert täglich zusammen mit rund 20 bis 25 Sportbegeisterten.
Caroline trainiert täglich zusammen mit rund 20 bis 25 Sportbegeisterten.  © Thomas Türpe
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Die Kickboxerin ist von früh bis spät auf den Beinen – und verliert dabei nie die Power.
Die Kickboxerin ist von früh bis spät auf den Beinen – und verliert dabei nie die Power.  © Fotomontage/Thomas Türpe
Wenn die zweifache Mutter mal nicht im Ring steht, kümmert sie sich um bedürftige Menschen.
Wenn die zweifache Mutter mal nicht im Ring steht, kümmert sie sich um bedürftige Menschen.  © Thomas Türpe

Zweimal täglich trainiert die zweifache Mutter im Fitnessstudio

Die 39-Jährige sicherte sich neben dem Deutschen Meistertitel der WKU zwei weitere Medaillen – Gold bei der WFMC in Thüringen und den 2. Platz bei der ISKA.
Die 39-Jährige sicherte sich neben dem Deutschen Meistertitel der WKU zwei weitere Medaillen – Gold bei der WFMC in Thüringen und den 2. Platz bei der ISKA.  © Thomas Türpe

Auch sportlich hat sich bei der zweifachen Mutter einiges getan. Sechsmal pro Woche trainiert sie zweimal täglich im Fitnessstudio "TAO FIT". Und ihre Disziplin machte sich bezahlt: Im Oktober gewann sie die Deutsche Meisterschaft der WKU (Gewichtsklasse bis 70 kg). Es folgten weitere Medaillen.

Trotz ihres erfolgreichen Neuanfangs begleiten sie seit ihrer Jugend scharfe Kritiker. "Als ich meinen Abschluss gemacht habe, sagte meine Lehrerin: 'Aus dir wird eh nichts' – zu gerne würde ich heute vor ihr stehen."

Doch Caroline ließ sich nicht unterkriegen. Sie besiegte ihre damalige Drogensucht und entkam einer gewaltvollen Beziehung. Heute möchte sie anderen Mut machen.

Titelfoto: Fotomontage/Thomas Türpe

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