Dealer, Diebe, Delinquenten auf Prager Straße: Die großen Sorgen des City-Kommissars
Dresden - Knapp zweieinhalb Jahre gibt es sie nun schon: Die Präsenz- und Ermittlungsgruppe "Innenstadt" soll die Kriminalitätschwerpunkte zwischen Wiener Platz und Prager Straße beseitigen. Zwar hat sie einige Erfolge zu verbuchen, doch die Umgebung am Hauptbahnhof gilt noch immer als gefährlicher Ort.
"Wir sind immer zwischen 18 und 20 Kollegen", berichtete im Presseclub Dresden der Erste Polizeihauptkommissar Volker Gulitz (61), der die Gruppe schon seit Gründung leitet. "Wir versuchen, jeden Tag eine Doppelstreife auf die Straße zu kriegen, manchmal auch sechs Kollegen."
Neben der sichtbaren Tätigkeit gibt es im Hintergrund noch die Ermittler. Rund 1500 Strafverfahren sind so bereits zustande gekommen, nicht nur in Dresden: Aktuell läuft in Oranienburg ein Prozess zu einem Drogenumschlagplatz. Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang in der Dresdner Innenstadt. Hier wiederum flogen mehrere Depotwohnungen auf.
Es geht allerdings auch darum, das Sicherheitsgefühl der Dresdner zu verbessern. "In den knapp zwei Jahren wurden rund 30 Aufenthaltsverbote ausgesprochen", sagt Gulitz. "Bei wiederholtem Verstoß kann ein Richter 24 Stunden Gewahrsam verhängen."
Doch Illusionen macht sich der Kommissar keine, ein Großteil der Dealer werde einfach nur verdrängt, aktuell zum Beispiel in das Gebiet rund um das Rundkino.
"Innenstadt"-Gruppe als Teil eines Versuchs, Einkaufszeile sicherer zu machen
"Sorgen bereitet uns, dass der Handel mit Arzneimitteln wie Pregabalin und Tilidin zunimmt." Ersteres wird häufig missbraucht, weil es die Potenz steigern soll, tatsächlich kann das Schmerzmittel jedoch Erektionsstörungen auslösen.
"Wir haben mittlerweile fast täglich Funde", so der Polizist. Außerdem stünden Kokain, Crystal und Amphetamine wieder hoch im Kurs.
Die "Innenstadt"-Gruppe ist allerdings nur ein Teil des Versuchs, die Einkaufszeile sicherer zu machen: Über die "Citywache" versuchen Polizei und Kommune gemeinsam, auch präventive Konzepte zu entwickeln.
So soll eine Umgestaltung des Platzes den Ort für Kriminelle weniger attraktiv machen.
Titelfoto: Montage: Norbert Neumann, Holm Helis

