Dealer, Diebe, Delinquenten auf Prager Straße: Die großen Sorgen des City-Kommissars

Dresden - Knapp zweieinhalb Jahre gibt es sie nun schon: Die Präsenz- und Ermittlungsgruppe "Innenstadt" soll die Kriminalitätschwerpunkte zwischen Wiener Platz und Prager Straße beseitigen. Zwar hat sie einige Erfolge zu verbuchen, doch die Umgebung am Hauptbahnhof gilt noch immer als gefährlicher Ort.

Der Erste Polizeihauptkommissar Volker Gulitz (61) leitet von Beginn an die "Innenstadt"-Gruppe.
Der Erste Polizeihauptkommissar Volker Gulitz (61) leitet von Beginn an die "Innenstadt"-Gruppe.  © Norbert Neumann

"Wir sind immer zwischen 18 und 20 Kollegen", berichtete im Presseclub Dresden der Erste Polizeihauptkommissar Volker Gulitz (61), der die Gruppe schon seit Gründung leitet. "Wir versuchen, jeden Tag eine Doppelstreife auf die Straße zu kriegen, manchmal auch sechs Kollegen."

Neben der sichtbaren Tätigkeit gibt es im Hintergrund noch die Ermittler. Rund 1500 Strafverfahren sind so bereits zustande gekommen, nicht nur in Dresden: Aktuell läuft in Oranienburg ein Prozess zu einem Drogenumschlagplatz. Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang in der Dresdner Innenstadt. Hier wiederum flogen mehrere Depotwohnungen auf.

Es geht allerdings auch darum, das Sicherheitsgefühl der Dresdner zu verbessern. "In den knapp zwei Jahren wurden rund 30 Aufenthaltsverbote ausgesprochen", sagt Gulitz. "Bei wiederholtem Verstoß kann ein Richter 24 Stunden Gewahrsam verhängen."

Dresden: Mann begrapscht 16-Jährige an Haltestelle am Hauptbahnhof
Dresden Crime Mann begrapscht 16-Jährige an Haltestelle am Hauptbahnhof

Doch Illusionen macht sich der Kommissar keine, ein Großteil der Dealer werde einfach nur verdrängt, aktuell zum Beispiel in das Gebiet rund um das Rundkino.

Seit anderthalb Jahren wird die Fußgängerzone sichtbar gestreift.
Seit anderthalb Jahren wird die Fußgängerzone sichtbar gestreift.  © Norbert Neumann
Der Wiener Platz gilt als Kriminalitätsschwerpunkt in Dresden.
Der Wiener Platz gilt als Kriminalitätsschwerpunkt in Dresden.  © Sven Ellger/Imago

"Innenstadt"-Gruppe als Teil eines Versuchs, Einkaufszeile sicherer zu machen

Regelmäßige Kontrollen sollen Dealer abschrecken.
Regelmäßige Kontrollen sollen Dealer abschrecken.  © Holm Helis

"Sorgen bereitet uns, dass der Handel mit Arzneimitteln wie Pregabalin und Tilidin zunimmt." Ersteres wird häufig missbraucht, weil es die Potenz steigern soll, tatsächlich kann das Schmerzmittel jedoch Erektionsstörungen auslösen.

"Wir haben mittlerweile fast täglich Funde", so der Polizist. Außerdem stünden Kokain, Crystal und Amphetamine wieder hoch im Kurs.

Die "Innenstadt"-Gruppe ist allerdings nur ein Teil des Versuchs, die Einkaufszeile sicherer zu machen: Über die "Citywache" versuchen Polizei und Kommune gemeinsam, auch präventive Konzepte zu entwickeln.

Dresden: Wieder Einbruch bei Neustadt-Friseur: "Bisher wurden alle Täter geschnappt"
Dresden Crime Wieder Einbruch bei Neustadt-Friseur: "Bisher wurden alle Täter geschnappt"

So soll eine Umgestaltung des Platzes den Ort für Kriminelle weniger attraktiv machen.

Titelfoto: Montage: Norbert Neumann, Holm Helis

Mehr zum Thema Dresden Crime: