Dresden - Wieder trauert eine Feuerwehr um ihren Kameraden, wieder weil ein unter Drogen stehender Raser sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert haben soll. Nun sammeln die Kameraden Geld für die Beerdigung.
Mittlerweile ermittelt die Dresdner Staatsanwaltschaft wegen Mordes in Tateinheit mit verbotenem Kraftfahrzeugrennen gegen Ayman R. (22).
Er soll sich am 9. Mai von Pirna bis nach Nickern mit einem Firmenwagen eine Verfolgungsjagd geliefert, rote Ampeln ignoriert haben und dann an der Kreuzung Dohnaer Straße/Langer Weg/Tschirnhausstraße in einen Ford gekracht sein. Der Drogenraser versuchte noch, zu Fuß zu flüchten.
Der völlig arglos in die Situation verwickelte Ford-Fahrer Hannes T. (32) dagegen wurde mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.
Dort kämpften die Ärzte um sein Leben - doch am 13. Mai erlag der junge Mann seinen schweren Verletzungen.
Feuerwehr bittet um Spenden
Amyan R. wurde noch am Unfallort festgenommen, landete zuerst wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Inzwischen lautet der Vorwurf Mord. Ein Drogentest hatte positiv auf Amphetamine angeschlagen.
Ähnlich sah es die Staatsanwaltschaft auch im Fall des überfahrenen Dresdner Polizisten Maximilian Stoppa (†32), ging deshalb gegen das Urteil gegen Todesfahrer Dawid K. (27) in Revision.
In beiden Fällen traf es ein Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr. "Hannes war ein lebensfroher, hilfsbereiter und herzlicher Mensch, der mit seiner Art stets gute Laune verbreitete", schreiben seine Kameraden aus dem Arnsdorfer Ortsteil Wallroda. "Er war immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde und über viele Jahre ein sehr geschätzter Kamerad."
Auch die Dresdner Stadtreinigung trauert um ihren Mitarbeiter. "Der Familie viel Kraft und Zuversicht", schreibt Geschäftsführer Alf Schwaten (56). "Wir sichern größtmögliche Unterstützung zu und werden unseren Kollegen nicht vergessen!"
Die Feuerwehr hat mittlerweile eine Spendensammlung ins Leben gerufen: gofundme.com/f/redcn-hannes