Ratten, Müll und Drogen: Wie wird das Leben am Ferdinandplatz besser?
Dresden - Jeder Dresdner kennt die schäbigen Plattenbauten am Ferdinandplatz, direkt neben der Prager Straße. Im sogenannten "Arabischen Viertel" wohnen etliche Bürgergeldempfänger, umgeben von Dreck und Drogendealern. Was tun gegen den Verfall? Eine Stadtratsfraktion prescht vor.
Aktuell sieht eine Vorgabe der Stadt vor, dass alle 290 Wohnungen des graubraunen Gebäudekomplexes (1989 errichtet) als Sozialwohnungen genutzt werden. "Die Mehrheit der rund 800 Bewohner hat einen Wohnberechtigungsschein", weiß Immobilienmanager Steffen Blankenburg (47).
Die Probleme des Viertels sind bekannt: Laut Polizei ist es ein Kriminalitätsschwerpunkt. Hier wird gedealt, geprügelt und geraubt. Dazu kommen Vermüllung - nicht jeder Bewohner versteht Mülltrennung - und Vandalismus.
"Die Drogenkriminalität findet auch im Innenhof statt, wo Kinder spielen. Ich beobachte täglich Drogendeals", sagt Jacqueline Hantzsch (33) vom örtlichen Hausmeisterdienst. Zwar seien die meisten Mieter unbescholten, betont Steffen Blankenburg.
Er sagt aber auch: "Wir wollen mehr soziale Durchmischung."
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Ghettobildung soll verhindert werden
Unterstützung bekommt er aus dem Stadtrat. Mit einem Antrag will Team Zastrow erreichen, dass der Anteil an Sozialwohnungen im Ferdinandhof in den nächsten zehn Jahren von 100 auf 30 Prozent gesenkt wird.
"Wir wollen Ghettobildung verhindern", erklärt Stadtrat Steffen Große (58, Team Zastrow). "Wir bitten den OB, sich dafür einzusetzen, dass dieses zentrale Wohngebiet eine Aufwertung bekommt."
Eine durchmischte Mieterschaft sei notwendig fürs gute Miteinander. Doch 2019 war ein Antrag der Bürgerfraktion, demnach der Migrantenanteil im Quartier auf 30 Prozent gedeckelt werden sollte, abgelehnt worden. Auch OB Dirk Hilbert (54, FDP) stimmte damals mit Nein.
Die Verwaltung müsste die Lage am Ferdinandplatz - manches Amt ist dort direkt ansässig - kennen. Ein Stadt-Protokoll spricht von "hoher Unsicherheit", "Gewalt", "Vermüllung verbunden mit Rattenplage".
Eine TAG24-Anfrage zur Zukunft des Wohnblocks ließ das Rathaus trotzdem zunächst unbeantwortet.
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe (2)

