Ratten, Müll und Drogen: Wie wird das Leben am Ferdinandplatz besser?

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Dresden - Jeder Dresdner kennt die schäbigen Plattenbauten am Ferdinandplatz, direkt neben der Prager Straße. Im sogenannten "Arabischen Viertel" wohnen etliche Bürgergeldempfänger, umgeben von Dreck und Drogendealern. Was tun gegen den Verfall? Eine Stadtratsfraktion prescht vor.

In den DDR-Plattenbauten zwischen Prager Straße und Stadtforum leben fast nur sozial schwache Bewohner. Die Mehrheit mit Migrationshintergrund.
In den DDR-Plattenbauten zwischen Prager Straße und Stadtforum leben fast nur sozial schwache Bewohner. Die Mehrheit mit Migrationshintergrund.  © Thomas Türpe

Aktuell sieht eine Vorgabe der Stadt vor, dass alle 290 Wohnungen des graubraunen Gebäudekomplexes (1989 errichtet) als Sozialwohnungen genutzt werden. "Die Mehrheit der rund 800 Bewohner hat einen Wohnberechtigungsschein", weiß Immobilienmanager Steffen Blankenburg (47).

Die Probleme des Viertels sind bekannt: Laut Polizei ist es ein Kriminalitätsschwerpunkt. Hier wird gedealt, geprügelt und geraubt. Dazu kommen Vermüllung - nicht jeder Bewohner versteht Mülltrennung - und Vandalismus.

"Die Drogenkriminalität findet auch im Innenhof statt, wo Kinder spielen. Ich beobachte täglich Drogendeals", sagt Jacqueline Hantzsch (33) vom örtlichen Hausmeisterdienst. Zwar seien die meisten Mieter unbescholten, betont Steffen Blankenburg.

Dresden: Platzwarte hatten Tränen in den Augen: Vandalen verwüsten Fußballplätze
Dresden Crime Platzwarte hatten Tränen in den Augen: Vandalen verwüsten Fußballplätze

Er sagt aber auch: "Wir wollen mehr soziale Durchmischung."

"Arabisches Viertel" wird die Gegend im Volksmund genannt.
"Arabisches Viertel" wird die Gegend im Volksmund genannt.  © Thomas Türpe
Deine täglichen News aus Dresden

Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.

  • Lokale Nachrichten aus Dresden & Umgebung
  • Exklusive Hintergrundberichte
  • Jederzeit abbestellbar
Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich. Bitte bestätige die E-Mail, die wir dir gesendet haben.
Mit deiner Anmeldung stimmst du unseren Datenschutzbestimmungen zu.
Der Ferdinandhof zählt zum Kriminalitätsschwerpunkt Wiener Platz, wird regelmäßig von der Polizei bestreift.
Der Ferdinandhof zählt zum Kriminalitätsschwerpunkt Wiener Platz, wird regelmäßig von der Polizei bestreift.  © Holm Helis
Häufig lungern Männergruppen am Wohnblock herum.
Häufig lungern Männergruppen am Wohnblock herum.  © Thomas Türpe
Jacqueline Hantzsch (33) vom Hausmeisterdienst sieht täglich Drogendealer im Quartier.
Jacqueline Hantzsch (33) vom Hausmeisterdienst sieht täglich Drogendealer im Quartier.  © Thomas Türpe

Ghettobildung soll verhindert werden

Fordern mehr soziale Durchmischung: Immobilienmanager Steffen Blankenburg (47) und Stadtrat Steffen Große (58, Team Zastrow).
Fordern mehr soziale Durchmischung: Immobilienmanager Steffen Blankenburg (47) und Stadtrat Steffen Große (58, Team Zastrow).  © Bildmontage: Thomas Türpe (2)

Unterstützung bekommt er aus dem Stadtrat. Mit einem Antrag will Team Zastrow erreichen, dass der Anteil an Sozialwohnungen im Ferdinandhof in den nächsten zehn Jahren von 100 auf 30 Prozent gesenkt wird.

"Wir wollen Ghettobildung verhindern", erklärt Stadtrat Steffen Große (58, Team Zastrow). "Wir bitten den OB, sich dafür einzusetzen, dass dieses zentrale Wohngebiet eine Aufwertung bekommt."

Eine durchmischte Mieterschaft sei notwendig fürs gute Miteinander. Doch 2019 war ein Antrag der Bürgerfraktion, demnach der Migrantenanteil im Quartier auf 30 Prozent gedeckelt werden sollte, abgelehnt worden. Auch OB Dirk Hilbert (54, FDP) stimmte damals mit Nein.

Dresden: Ladendieb attackiert Polizisten am Hauptbahnhof: Nach seiner Entlassung wird er richtig dreist
Dresden Crime Ladendieb attackiert Polizisten am Hauptbahnhof: Nach seiner Entlassung wird er richtig dreist

Die Verwaltung müsste die Lage am Ferdinandplatz - manches Amt ist dort direkt ansässig - kennen. Ein Stadt-Protokoll spricht von "hoher Unsicherheit", "Gewalt", "Vermüllung verbunden mit Rattenplage".

Eine TAG24-Anfrage zur Zukunft des Wohnblocks ließ das Rathaus trotzdem zunächst unbeantwortet.

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe (2)

Mehr zum Thema Dresden Crime: