Stinkefinger und Schwachkopf: Rentner bepöbelt Sanitäter im Einsatz

Dresden - Es ist unsäglich: Immer wieder werden Retter im Einsatz bepöbelt, bespuckt oder gar geschlagen. In Dresden wurden 2025 allein 250 solcher Vorfälle registriert. Einer davon geschah in Pieschen. Dort bepöbelte Peter N. (66) so heftig Sanitäter, dass er nun von der Amtsrichterin saß. Und die erklärte dem Rentner deutlich, dass er eine Straftat beging.

Rentner Peter N. (66) beleidigte Rettungssanitäter im Einsatz.  © Peter Schulze

An jenem Dezembernachmittag eilten die Malteser mit Blaulicht nach Pieschen.

"Dort war eine Frau zu Hause gestürzt", so der Einsatzleiter (48). Der Zustand der Patientin war kritisch, sie sollte schnell ins Krankenhaus.

Während die Crew im RTW versuchte, die Verletzte zu stabilisieren, hupte es draußen. "Mehrfach", so die Sanitäterin. "Der Kollege ging dann zu dem Mann im Auto."

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Dort saß Peter im Toyota, beschwerte sich, nicht in die Tiefgarage fahren zu können.

"Ich sagte ihm, wir sind im Einsatz und gleich weg. Da wurde er ausfällig", so der Rettungssanitäter, dem die Worte Schwachkopf, Nichtskönner und Vogel an den Kopf geworfen wurden.

Der Kollegin zeigte der Rentner auch noch den Stinkefinger.

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Bei einem Rettungseinsatz in Pieschen wurden die Retter derb bepöbelt.  © Peter Schulze

"Ich musste auf Toilette", redete sich Peter vor Gericht raus. "Die sollten doch nur drei Meter rüberfahren." Die Beleidigungen bestritt er anfangs sogar und entschuldigte sich erst nach Aufforderung durch die Richterin kleinlaut bei den Rettern.

"Das war ein laufender Einsatz!", so die Juristin zum Angeklagten. "Die Patientin war in einer Notlage. Da haben Sie die Sanitäter nicht zu beleidigen", maßregelte sie Peter und verurteilte ihn zu 1400 Euro Strafe.

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