Der geheimnisvolle Banksy: Große Ausstellung zum Streetart-Star in der Dresdner Zeitenströmung

Dresden - Banksy ist der wohl berühmteste Streetart-Künstler der Welt und bleibt doch anonym. Seine Werke erzielen Millionen-Erlöse auf dem Kunstmarkt, den der radikal antikapitalistische Künstler jedoch immer wieder spektakulär düpiert. Jetzt ist Banksy in Dresden zu erleben!

Kuratorin Virginia Jean vor der "ermordeten" Telefonzelle: "Death of a Phone Booth" (2006).
Kuratorin Virginia Jean vor der "ermordeten" Telefonzelle: "Death of a Phone Booth" (2006).  © Petra Hornig

Nicht heimlich an Straßenecken gesprüht, sondern in der Ausstellung "The Mystery of Banksy - A Genius Mind" in der Zeitenströmung. Doch Obacht: Originale gibt es nicht zu sehen. Gleichwohl weiß die große Schau mit viel Detailfreude zu begeistern.

Präsentiert wird die Wander-Ausstellung vom Conzertbüro Zahlmann, Macher ist der Musical-Produzent Oliver Forster. Er sagt: "Wir wollen Kunst zum Erlebnis machen und für jedermann sichtbar an einem Ort zusammenbringen."

Im Falle Banksys nicht unproblematisch: Der ursprüngliche Straßenkünstler ist vor allem für Graffitis bekannt, die er in aller Welt verteilt hat. Seine daneben teuer gehandelten Drucke befinden sich zumeist in Privatbesitz und sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

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Beholfen hat man sich mit originalgetreuen Reproduktionen der Motive. Nicht ohne Grund firmiert die Ausstellung daher als "unauthorized", also nicht-autorisiert.

Produzent Forster erklärt: "Es gibt keine autorisierten Ausstellungen von Banksy. Was er macht, passiert anonym. Es wäre unmöglich gewesen, sich jedes Einverständnis einzuholen."

In Dresden ist "The Mystery of Banksy" nochmal eine Nummer größer

Eine Variation des wütenden Banksy-Bildes "Der Blumenwerfer" (2003 in Israel entstanden).
Eine Variation des wütenden Banksy-Bildes "Der Blumenwerfer" (2003 in Israel entstanden).  © Petra Hornig

Also arbeitet man mit täuschend echten Repliken, hergestellt von nicht benannten internationalen Künstlern. Bislang hat dieses Format funktioniert: Die Schau war in Regensburg, München und Berlin zu sehen und zog etwa 200.000 Besucher an.

In Dresden ist "The Mystery of Banksy" nochmal eine Nummer größer: Rund 150 Werke werden gezeigt. Man passe sich stets den Ausstellungsräumen an, keine Schau gleiche der anderen. Forster: "Hier ist es die wohl weltweit größte Schau über Banksy."

Kuratorin Virginia Jean schätzt an Banksy seine Schnelligkeit und sein Vermögen, über mehr als 20 Jahre anonym geblieben zu sein. Man wisse über den Künstler, dass er wohl aus dem britischen Bristol stamme und über 50 Jahre alt sein muss.

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Dass die gezeigten Werke keine Originale seien, findet die britische Galeristin in Ordnung: "Die können wir doch nicht klauen und aus der Öffentlichkeit entfernen. Die Originale müssen dort bleiben, wo sie hingehören und relevant sind."

Drucke mit ikonischen Motiven

Provokation in Kopie: Nach der Versteigerung des Bildes "Girl with Balloon" zerschredderte Banksy sein Werk zur Hälfte.
Provokation in Kopie: Nach der Versteigerung des Bildes "Girl with Balloon" zerschredderte Banksy sein Werk zur Hälfte.  © Petra Hornig

Überhaupt stört es nicht, dass man eine Placebo-Schau sieht. Banksy selbst wird der Satz "Copyright is for losers" zugeschrieben. Und so sind die gezeigten Drucke mit ikonischen Motiven wie dem Blumenwerfenden Straßenkämpfer von ihren Originalen nicht zu unterscheiden.

Eins-zu-Eins nachgebaut sind verfremdete Skulpturen und berühmte Straßen-Bilder mit all ihren ins Makabre gleitenden Twists. Selbst die Textur der künstlichen Wände wirkt authentisch. Auch kann man einen originalgetreu nachgebauten Londoner U-Bahn-Waggon betreten, in den Banksy gerade erst seine berühmten Ratten gesprüht zu haben scheint.

Mit diesen Effekten schimmert natürlich der Entertainment-Hintergrund der Musical-Macher durch. Charmant aber ist, dass diese kommerzielle Ausstellung den anti-kommerziellen Charakter der Banksy-Arbeiten nie verschleiert, sondern voll ausstellt.

Der Besucher wird für das gesellschaftspolitische Engagement des Künstlers voll sensibilisiert - und hat großen Spaß dabei, seine Karriere umfangreich abzuschreiten.

Der mit rosa Farbeimer beschmierte Grabengel ("Angel Bust", 2009) zeigt: Banksy kann auch makabre Skulpturen.
Der mit rosa Farbeimer beschmierte Grabengel ("Angel Bust", 2009) zeigt: Banksy kann auch makabre Skulpturen.  © Petra Hornig

Die Schau in der Zeitenströmung (Königsbrücker Str. 96) läuft bis 9. Januar 2022. Weitere Informationen erhaltet Ihr unter mystery-banksy.com/dresden/. Bitte beachtet die in der Ausstellung geltenden Corona-Regeln.

TAG24 verlost zwei mal zwei Freikarten. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail an gewinnspiel@tag24.de. Betreff: Banksy. Einsendeschluss: 21. September 2021. Name und Telefonnummer nicht vergessen!

Titelfoto: Montage: Petra Hornig (3)

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