Die AfD wäre jedenfalls dafür: Atomkraft in Sachsen - Chance oder Griff in die Mottenkiste?

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Dresden - In Krisenzeiten greift man schon mal auf längst verworfene Ideen zurück, ganz gleich, ob sie sich bewährt haben oder nicht. In Sachsen will jetzt die AfD mit Atomkraft zurück in die Zukunft.

Deutschland sucht derzeit nach einer atomaren Endlagerstätte. Auch Areale in der Oberlausitz und im Erzgebirge stehen zur Disposition.
Deutschland sucht derzeit nach einer atomaren Endlagerstätte. Auch Areale in der Oberlausitz und im Erzgebirge stehen zur Disposition.  © imago/photothek

In Deutschland hatte die Bundesregierung unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 den Atomausstieg beschlossen.

Die letzten drei Reaktoren wurden 2023 abgeschaltet. Jetzt soll der Freistaat die Kernforschung wieder fördern, fordert der Antrag "Raus aus dem Dornröschenschlaf - Sachsens Expertise in der Kernforschung stärken", den die AfD-Fraktion Anfang des Monats eingereicht hatte.

Die kerntechnische Expertise in Sachsen solle nicht nur gehalten, sondern auch wieder ausgebaut werden, heißt es darin.

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Tatsächlich waren im Zentralinstitut für Kernforschung in Dresden-Rossendorf bis 1991 insgesamt drei Forschungsreaktoren in Betrieb. Ein weiterer wird seit 2005 an der TU Dresden betrieben. Er war der letzte, der in Deutschland eine Betriebsgenehmigung erhielt.

Das Kernkraftwerk Neckarwestheim (Baden-Württemberg) war die letzte noch aktive Anlage in Deutschland. 2023 wurde es abgeschaltet.
Das Kernkraftwerk Neckarwestheim (Baden-Württemberg) war die letzte noch aktive Anlage in Deutschland. 2023 wurde es abgeschaltet.  © IMAGO/Daniel Kubirski
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Am 14. März 2011 ereignete sich die Reaktorkatastrophe von Fukushima (Japan). Kurz darauf beschloss Deutschland den Atomausstieg.
Am 14. März 2011 ereignete sich die Reaktorkatastrophe von Fukushima (Japan). Kurz darauf beschloss Deutschland den Atomausstieg.  © picture alliance / dpa
Der Forschungsreaktor des Zentralinstituts für Kernforschung Rossendorf ging 1991 außer Betrieb.
Der Forschungsreaktor des Zentralinstituts für Kernforschung Rossendorf ging 1991 außer Betrieb.  © imago/Ulrich Hässler

Für Kanzler Merz sei der Atomausstieg jedoch unumkehrbar

Jan Zwerg (61, AfD): "Kernforschung sichert dem Freistaat Sachsen technologische Souveränität."
Jan Zwerg (61, AfD): "Kernforschung sichert dem Freistaat Sachsen technologische Souveränität."  © Thomas Türpe

Die Anlage wird bis heute genutzt. "Kernforschung sichert dem Freistaat Sachsen technologische Souveränität, innovationsgetriebene Standortentwicklung und internationale Sichtbarkeit", erklärte der energiepolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag, Jan Zwerg (61).

Angesichts der aktuellen Energiekrise hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67, CDU) erst vor vier Wochen die Atomkraft-Abkehr als "strategischen Fehler" bezeichnet.

Kurz darauf lancierte CSU-Chef Markus Söder (59) die Idee von Mini-Atomkraftwerken als Pilotanlagen für Bayern. Für Bundeskanzler Merz (70, CDU) sei der Atomausstieg jedoch unumkehrbar.

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Die Grünen in Sachsen gehen bei dem Thema Atomkraft an die Decke. Schon im Rahmen der letzten Landtagssitzung lieferten sie sich mit den Abgeordneten der AfD eine giftige Debatte. Was wohl passiert, wenn der AfD-Antrag im Landtag landet?

Titelfoto: imago/photothek

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