Die (vermutlich) letzten Geheimnisse über "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"

Moritzburg - Alljährlich flimmert der Kultklassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" (1973) Weihnachten über die Fernsehbildschirme. Die tschechisch-deutsche Produktion ist einer der schönsten Märchenfilme, die es gibt. Da sind sich Tschechen und Deutsche einig. Bei der Entstehung des Films waren sie es nicht immer, wie jetzt herauskam.

Aschenbrödel und ihr Prinz sind bis heute die Weihnachtsstars.
Aschenbrödel und ihr Prinz sind bis heute die Weihnachtsstars.  © DEFA-Stiftung/Josef Illik

Ärger soll es um den Dreh der Ballszene in den Babelsberger Studios mit der DEFA gegeben haben. Nachdem die Räumlichkeiten auf Schloss Moritzburg mit ihren dunklen Ledertapeten Regisseur Vaclav Vorlicek (†88) nicht gefielen, entschied man, die Szene im Studio zu drehen.

Doch das lief zuerst nicht wie gewünscht: "Wir haben unsere Enttäuschung über die armselige Dekoration für die Schlüsselszene, den Ball, geäußert", steht in einem Reisebericht des tschechischen Filmstudios Barrandov geschrieben, wie tschechische Medien berichten.

Auch werden dort fehlender Glanz und eine zu geringe Zahl an Komparsen moniert.

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Offenbar, so vermuteten die tschechischen Filmemacher, hatten ökonomische Gründe eine Rolle gespielt. Die Szene wurde letztlich aufgepeppt, und wie es im Märchen so ist - alle waren zufrieden.

Während Libuse Safrankova (67) und Pavel Travnicek (70) für immer jung geblieben als Aschenbrödel und Prinz im Film bezaubern, haben es die beiden Schauspieler gerade im wahren Leben nicht leicht: Pavel Travniceks Schwiegermutter (58) starb vor wenigen Wochen mit dem Coronavirus.

Libuse Safrankova, die vor einigen Jahren Lungenkrebs überstand, hat sich ganz und gar zurückgezogen - aus Vorsicht.

Noch mal Lust auf "Aschenbrödel" bekommen? Verschiedene TV-Sender strahlen den Märchenklassiker in den nächsten Tagen noch insgesamt dreizehn Mal aus. Heiligabend etwa im Ersten (ARD) um 12.15 Uhr, am ersten Weihnachtsfeiertag dort gleich nochmal um 11.25 Uhr, am zweiten Weihnachtstag im MDR um 16.05 Uhr und am Sonntag um 12 Uhr im KIKA. Viel Spaß!

Titelfoto: DEFA-Stiftung/Josef Illik

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