Die Erschaffung der Welt: Immersives Kunstprojekt in Dresdner Kirche

Dresden - Die multimediale Show "Genesis" gibt ein besonderes Beispiel zeitgenössischer immersiver Kunst: Ein Zusammenspiel aus Licht, Musik, Architektur und Bewegung, das das Publikum auf eine visuelle Reise in die Ursprünge des Universums mitnimmt. Entwickelt wurde das Konzept von dem Künstlerkollektiv Projektil aus Zürich, dessen Schwerpunkt auf der Verbindung von digitaler Technologie und künstlerischem Ausdruck liegt. Im Februar und im März gastiert "Genesis" in Dresden.

Wird im Inneren illuminiert: die Martin-Luther-Kirche in der Dresdner Neustadt.
Wird im Inneren illuminiert: die Martin-Luther-Kirche in der Dresdner Neustadt.  © Thomas Türpe

"Genesis" ist keine traditionelle Theater- oder Filmaufführung, sondern ein immersives audiovisuelles Erlebnis, das die sogenannte Projection-Mapping-Technik nutzt: Dabei werden dreidimensionale Räume wie Kirchen oder historische Gebäude mit präzise abgestimmten Projektionen bespielt, die auf die Architektur abgestimmt sind und sie in Bewegung versetzen.

Die Technik selbst – Licht und Bild auf unebene Flächen zu projizieren und dadurch den Eindruck von Raumveränderung zu erzeugen – geht auf frühere Entwicklungen im 20. Jahrhundert zurück und wurde für dieses Projekt künstlerisch weiterentwickelt.

Inhalt ist, die Schöpfungsgeschichte auf neue Weise erlebbar zu machen: Beginnend beim Ausbruch des Lichts über die Entstehung von Wasser, Erde und Pflanzen bis hin zur Entwicklung lebendiger Wesen – das Publikum erlebt, wie sich Bewegung, Form und Farbe verbinden, begleitet von eigens komponierter Musik und einem Sounddesign, das die emotionale Wirkung verstärkt.

"Genesis"-Schau vom 6. Februar bis 28. März in Dresden

Die immersive Lichtkunst- und Mapping-Show "Genesis" des Künstlerkollektivs Projektil, hier in der Citykirche Offener St. Jakob in Zürich.
Die immersive Lichtkunst- und Mapping-Show "Genesis" des Künstlerkollektivs Projektil, hier in der Citykirche Offener St. Jakob in Zürich.  © PR/Jean-Christophe Dupasquier

Das 2008 gegründete Kollektiv Projektil vereint Künstler, Musiker, Programmierer und Techniker. Ziel ist es, "Geschichten dort zu erzählen, wo Kunst und Technologie aufeinandertreffen", wie es das Kollektiv selbst beschreibt.

"Genesis" war seit der Premiere in mehreren europäischen Städten zu Gast - unter anderem in London, Augsburg, Leipzig, Neu-Ulm oder Nürnberg.

Die Show selbst dauert typischerweise rund 30 Minuten und entfaltet sich komplett im Innenraum eines Bauwerks – meist einer Kirche oder historischen Halle – die als Leinwand dient.

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Die Projektoren sind so eingesetzt, dass sie sämtliche Oberflächen einbeziehen: Wände, Gewölbe und Säulen – wodurch eine 360-Grad-Erfahrung entsteht, bei der sich die statische Architektur bei Lichtbetrachtung in ein bewegtes, erzählendes Universum verwandelt.

Die Inszenierung gliedert sich thematisch entlang der mythologischen Schöpfung: Licht, Wasser, Erde und Lebewesen entstehen vor den Augen des Publikums. Diese immersive Wirkung ist es, die "Genesis" nicht nur als technische Spektakel, sondern als emotionales und kontemplatives Erlebnis auszeichnet.

In Dresden wird "Genesis" von 6. Februar bis 28. März gastieren, Schauplatz ist die Martin-Luther-Kirche.

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe, PR/Jean-Christophe Dupasquier

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