Dresden - 2026 jährt sich der Todestag Carl Maria von Webers (1786-1826) zum 200. Mal. Zu diesem Jubiläum widmet die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) dem Komponisten die Ausstellung "Kein Freischütz für Dresden", die ihn anhand originaler Handschriften im Buchmuseum vor allem als Wegbereiter einer "deutschen Oper" präsentiert.
Die SLUB bewahrt unter anderem das historische Notenarchiv der Sächsischen Staatsoper und somit zentrale Zeugnisse der Dresdner Weber-Rezeption. "Ein reicher Fundus für unsere Ausstellung zum Jubiläumsjahr", sagt Katrin Stump, Generaldirektorin der SLUB.
Die Schau folge einer Ausstellung, die die damalige Landesbibliothek 1926 im Japanischen Palais zu Webers 100. Todestag organisierte. "Schon damals gab es keinen Freischütz", so Stump. Dafür waren einst und sind jetzt wieder Spitzenstücke wie das Autograf der Oper "Euryanthe" erstmals wieder öffentlich zu sehen. Stump: "Leihgaben aus der Semperoper und dem Stadtmuseum ermöglichen ein umfassendes Bild des Komponisten in seiner Dresdner Zeit."
Weber hatte den "Freischütz" für Berlin geschrieben, das Werk erst ein Jahr nach der dortigen Uraufführung nach Dresden gebracht. Deshalb lagern entsprechende Unterlagen in Berlin.
"Das Motto ist daher schon ehrlich", sagt Manuel Gervink, Erster Vorsitzender der Internationalen Carl-Maria-von-Weber-Gesellschaft. Dennoch könne man Dresden als d i e Weber-Stadt bezeichnen: "Er hatte sich immer nach einem festen Engagement gesehnt. Das bekam er hier, zudem die besten künstlerischen Möglichkeiten."
Ein kompliziertes Verhältnis zu Dresden
Weber kam 1817 als Kapellmeister des neu gegründeten "Deutschen Departemens" an das Dresdner Hoftheater und blieb bis zu seinem Tod. In sechs Abteilungen zeigt der Rundgang die Entwicklung der deutschen Oper, am Beispiel von Zeitungen, Briefen, handgeschriebenen Partituren.
Kuratorin Andrea Hammes: "Parallel zu seiner Tätigkeit als Dirigent verfolgte Weber die Entwicklung eines neuartigen Opernkonzeptes." So prägte er die Oper als Gesamtkunstwerk mit dem Dirigenten als ordnende Instanz.
Deutlich wird auch das komplizierte Verhältnis Webers zu Dresden, von dessen Hof er sich nicht angemessen gewürdigt fühlte. Auch haderte er damit, dass hier Schauspieler des Hoftheaters sangen, Anfänger. "Daher schreibt er keine Oper für die Uraufführung auf der Dresdner Bühne", so Hammes. "Das Sängerpersonal war ihm einfach zu schlecht."
Immerhin: Der originale Programmzettel der Dresdner Erstaufführung des "Freischütz" 1822 wird gezeigt, Kostümentwürfe, Webers Stimmgabel, seine Partitur der Oper "Euryanthe". Eine Fotoserie von Matthias Creutziger von deren Inszenierung an der Semperoper 2006 zeigt zum Abschluss des Rundgangs moderne Aufführungspraxis.
Die Ausstellung "Kein Freischütz für Dresden. Carl Maria von Weber und die deutsche Oper" läuft bis 6. Juni. Geöffnet: Mo.-Sa., jeweils 12 bis 18 Uhr, bei freiem Eintritt.