300 Millionen Euro teuer! Warum bekommt Dresden ein neues Flusswasserwerk?
Dresden - Dresdens wachsende Chipindustrie benötigt immer mehr Wasser. Darum baut SachsenEnergie ein Flusswasserwerk in Übigau, das ab 2030 erstmals Wasser aus der Elbe in den Norden leiten soll. Der Bau kostet inklusive Leitungen rund 300 Millionen Euro und soll im kommenden Jahr starten.
Ohne Wasser können keine Chips produziert werden. Es wird etwa zur Spülung benötigt. Der Anteil der Halbleiter-Produzenten (mit Infineon, TSMC, Bosch, Globalfoundries, NXP) am gesamten Dresdner Wasserverbrauch soll von aktuell ca. 27 Prozent auf 45 Prozent in 2030 steigen.
Bis dahin wird für das Industriewasser auch Trinkwasser genutzt, das etwa von der Saloppe und dem Wasserwerk Hosterwitz (wird dafür noch ausgebaut) auch über die Heideleitung ins Silicon Saxony geführt wird.
"Das Flusswasserwerk ist das Herzstück der Wasserversorgung für die Industrie im Norden", sagt SachsenEnergie-Chef Frank Brinkmann (59). An den Generalübernehmer "Hochtief" wurde am Mittwoch der Spaten übergeben.
Mit dem Bau auf einem Wiesenstück ab Mitte kommenden Jahres neben der Washingtonstraße im Gewerbegebiet Übigau (ein Standort direkt am Elbufer war verworfen worden) in der Nähe der Kläranlage sollen Trink- und Industriewasser dann ab 2030 auch entkoppelt werden, was laut Brinkmann eine zukunftssichere Versorgung ermögliche.
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Dresden und Sachsen beteiligen sich an Kosten
Während andere Werke das Wasser aus Uferfiltrat (aus dem Uferboden) gewinnen, bedient sich das Flusswasserwerk aus der Elbe, kann täglich bis 67.000 Kubikmeter Wasser bereitstellen. Über verschiedene Leitungen wird es zu den Chipfabriken geleitet.
Rund 80 Prozent leiten die Fabriken nach Gebrauch wieder zurück in die Kläranlage, über die es dann wieder in die Elbe gespült wird. Laut SachsenEnergie würden damit selbst bei Niedrigwasser weniger als 0,23 Prozent des Elbwassers entnommen, das täglich durch Dresden fließe.
"Das Projekt ist ein zentraler Baustein, um Dresdens führende Rolle als Herz der europäischen Mikroelektronik weiter zu stärken", so OB Dirk Hilbert (54, FDP).
Die Stadt beteiligt sich mit rund 50 Millionen Euro, der Freistaat mit 100 Millionen Euro. Für Verbraucher soll es keine Belastungen geben.
Titelfoto: Norbert Neumann

