Die zündende Idee fehlt offenbar (noch): Was wird aus der Gläsernen Manufaktur?

Dresden - Die Gläserne Manufaktur in Dresden soll zum Forschungsstandort werden. Aber ohne eine Fertigung von Fahrzeugen macht nichts wirklich Sinn, finden IG Metall und der Betriebsrat.

Einst Vorzeige-, jetzt Auslaufmodell: die Gläserne Manufaktur von VW in Dresden.
Einst Vorzeige-, jetzt Auslaufmodell: die Gläserne Manufaktur von VW in Dresden.  © Sebastian Kahnert/dpa

Kurz zusammengefasst steht die Idee auf drei Säulen: Forschung rund um das Thema Auto, Sonderfahrzeugbau statt Serienproduktion und eine Ausweitung des Vertriebs auf alle Marken von VW.

"Die Montage ist das Herz der Gläsernen Manufaktur", sagt Thomas Aehlig (49). VW dürfe dieses Herz nicht ins Koma versetzen, so der Betriebsratsvorsitzende, jedenfalls nicht ohne Zukunftsplan.

Genau da hapert's. Obwohl die serielle Fahrzeugmontage schon Ende des Jahres definitiv ausläuft, ist bisher nur spruchreif, dass das Werk für Auslieferungen, Probefahrten und Restaurantgäste geöffnet bleibt.

Butik Dresden schließt, auch Möbelhaus macht dicht: Das sagt der Filialleiter dazu
Dresden Wirtschaft Butik Dresden schließt, auch Möbelhaus macht dicht: Das sagt der Filialleiter dazu

Gespräche mit der TU Dresden ebenfalls zum Thema Forschungsstandort - teilweise unter Beteiligung der Staatskanzlei - blieben bisher ohne Profil und (ein öffentlich kommuniziertes) Ergebnis.

Zumindest scheinen Ideen wie ein Depot für die Staatlichen Kunstsammlungen oder die "Wagner-Akademie" für die Dresdner Musikfestspiele vom Tisch.

In diesem Jahr montierten die Mitarbeiter noch 6000 Fahrzeuge. Die Montage läuft Ende Dezember geplant aus.
In diesem Jahr montierten die Mitarbeiter noch 6000 Fahrzeuge. Die Montage läuft Ende Dezember geplant aus.  © Sebastian Kahnert/dpa
Deine täglichen News aus Dresden

Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.

  • Lokale Nachrichten aus Dresden & Umgebung
  • Exklusive Hintergrundberichte
  • Jederzeit abbestellbar
Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich. Bitte bestätige die E-Mail, die wir dir gesendet haben.
Mit deiner Anmeldung stimmst du unseren Datenschutzbestimmungen zu.

Gewerkschaft sieht rund 100 Mitarbeiter ohne sinnvolle Beschäftigung

Zukunftssorgen: Manufaktur-Betriebsrat Thomas Aehling (49, l.) und Stefan Ehly (42) von der IG Metall Dresden und Riesa.
Zukunftssorgen: Manufaktur-Betriebsrat Thomas Aehling (49, l.) und Stefan Ehly (42) von der IG Metall Dresden und Riesa.  © Norbert Neumann

Noch läuft die Montage. Rund 6000 Fahrzeuge bauten die Mitarbeiter in diesem Jahr bereits zusammen. 300 von ihnen sind derzeit noch in der Gläsernen Manufaktur beschäftigt.

Rund 100 Mitarbeiter sieht die Gewerkschaft ab 2026 ohne sinnvolle Beschäftigung. Parallel dazu gilt eine Beschäftigungsgarantie bis 2030.

Und was sagt der Konzern dazu? VW habe Alternativen wie Aufhebungsverträge, Vorruhestandsregelungen und die Möglichkeit angeboten, an andere deutsche VW-Standorte zu wechseln. "Eine dreistellige Anzahl hat davon bereits Gebrauch gemacht", so ein Sprecher.

Endlich wieder Gäste in der Gläsernen Manufaktur
Dresden Wirtschaft Endlich wieder Gäste in der Gläsernen Manufaktur

Zudem sei das Unternehmen in Gesprächen mit dem Land Sachsen über Kooperationen sowie mögliche Nutzungskonzepte.

Für den 4. Dezember hat der Betriebsrat zu einer Betriebsversammlung eingeladen. Dann soll das Unternehmen beim Thema Zukunftsplan konkret werden.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

Mehr zum Thema Dresden Wirtschaft: