Dresdens Einkaufsmeile: Händler fürchten Verramschung der Prager Straße

Dresden - Kunst am Bau, prächtige Säulengänge, Wasserspiele und einzigartige Wohn- und Geschäftsgebäude: Die Prager Straße in Dresden gilt nicht umsonst als herausragendes städtebauliches Ensemble der Nachkriegszeit. Doch teilweise sind die prägenden Elemente gar nicht mehr zu sehen, sondern werden von Imbissbuden oder Werbung verdeckt. Das will das Rathaus jetzt ändern.

Die Prager Straße soll wieder attraktiver werden: Auf der rechten Seite Geschäfte mit uneinheitlicher und massiver Werbung. Vorbildlich dagegen die linke Seite mit geordneten Werbeschildern in gleicher Höhe.
Die Prager Straße soll wieder attraktiver werden: Auf der rechten Seite Geschäfte mit uneinheitlicher und massiver Werbung. Vorbildlich dagegen die linke Seite mit geordneten Werbeschildern in gleicher Höhe.  © Norbert Neumann

Die Verwaltung will die Prager Straße mitsamt Wiener Platz im Süden und Ferdinandplatz im Norden attraktiver gestalten und den Standort damit insbesondere für Händler sowie Gastronomen aufwerten.

So habe eine Umfrage unter Gewerbetreibenden ergeben, dass diese eine "Verramschung" der berühmten Einkaufsmeile befürchten, so Architekt Alexander Poetzsch (46).

Gründe dafür sind ausufernde Werbeplakate, Aufsteller und Warenkisten mitten in Durchgängen sowie kreuz und quer hängende Beschilderungen. Auch viele der insgesamt 23 Verkaufsbuden, seien störend, so Poetzsch. Ein Stand der Pulsnitzer Pfefferkuchen etwa steht direkt vor einem Relief an der Gebäudewand und verdeckt das Kunstwerk.

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"Architektur und Werbung sollten die gleiche Sprache sprechen", sagt Poetzsch. Auch die hohe Fluktuation der Geschäfte sei dafür ungünstig.

Wollen die Prager Straße attraktiver machen: Architekt Alexander Poetzsch (46, l.), Stadtplaner Matthias Korntheuer (40) und Anja Heckmann (52), die das Stadtplanungsamt kommissarisch leitet.
Wollen die Prager Straße attraktiver machen: Architekt Alexander Poetzsch (46, l.), Stadtplaner Matthias Korntheuer (40) und Anja Heckmann (52), die das Stadtplanungsamt kommissarisch leitet.  © Norbert Neumann
Dieser Verkaufsstand ist direkt vor einem Relief-Kunstwerk aufgebaut.
Dieser Verkaufsstand ist direkt vor einem Relief-Kunstwerk aufgebaut.  © Norbert Neumann
Riesige Werbeflächen verdecken die Gebäude-Architektur wie hier an der Prager Zeile.
Riesige Werbeflächen verdecken die Gebäude-Architektur wie hier an der Prager Zeile.  © Norbert Neumann

Gesamteindruck der Prager Straße soll mit neuer Satzung verbessert werden

Nicht mehr gewollt: Mehrere Verkaufsstände im Außenbereich und Werbe-Aufsteller blockieren den Säulengang.
Nicht mehr gewollt: Mehrere Verkaufsstände im Außenbereich und Werbe-Aufsteller blockieren den Säulengang.  © Norbert Neumann

Darum haben Stadtplaner in Abstimmung mit den Händlern eine Satzung entworfen. "Mit ihr gelten für das gesamte Areal gleiche Regeln für alle Gewerbetreibenden. Beispielsweise hat sich der Grundsatz bewährt, Schriftzüge aus Einzelbuchstaben zusammenzusetzen", erklärt Anja Heckmann (52), die das Stadtplanungsamt kommissarisch leitet.

"Dies führt zu einem hochwertigen Erscheinungsbild der Werbeanlage und verbessert den Gesamteindruck eines Straßenzuges." Auch Plakatwände und das Anstrahlen von Werbung sollen verboten werden.

Werbeanlagen und Buden, die aktuell stehen, sollen aber noch bis Ablauf der Genehmigung Bestandsschutz genießen. Bevor die Satzung rechtsgültig wird, muss der Stadtrat noch zustimmen.

Titelfoto: Norbert Neumann (2)

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