"Der Markt regelt": Muss Dresden Anteilseigner des Flughafens bleiben?
Dresden - Der Flughafen Dresden soll ein Wirtschaftsfaktor sein. Doch neben Inlandszielen werden vor allem Touri-Strände angeflogen, die Bilanz ist katastrophal. Ein Stadtrat fordert Konsequenzen!
Zuletzt fuhr die Mitteldeutsche Flughafengesellschaft einen Verlust von 53,5 Millionen Euro ein, nur dank millionenschwerer Subventionen läuft der Betrieb an den Flughäfen Leipzig und Dresden aktuell.
Auch die Stadt Dresden (hält 1,87 Prozent der Gesellschaftsanteile) greift unter die Arme. Wie das Rathaus auf Anfrage von Stadtrat Johannes Lichdi (61, fraktionslos) mitteilt, flossen seit 2000 immer wieder Stadtgelder - insgesamt rund 13 Millionen Euro.
Und das, obwohl Schwarze Zahlen vorerst nicht absehbar sind.
Johannes Lichdi fordert einen Kurswechsel. "Warum sollten wir einen Flughafen finanzieren, der nicht finanzierbar ist? Ich fordere den Ausstieg der Stadt als Anteilseigner! Der Markt regelt, sage ich nur."
Städtische Zuschüsse jüngst auf relativ niedrigem Niveau
Dabei waren die städtischen Zuschüsse jüngst auf relativ niedrigem Niveau, und Verlustausgleichszahlungen muss Dresden nicht leisten.
2020 flossen zuletzt 362.000 Euro an die Flughafengesellschaft. Mit rund 11,2 Millionen Euro den größten Batzen Geld zahlte Dresden 2000 und 2001 für das Terminal.
Die meisten Zuschüsse zahlen Sachsen (77 Prozent der Anteile) und Sachsen-Anhalt (18,5 Prozent der Anteile), bis 2030 sollen sie auf null sinken.
CDU-Fraktionschefin Heike Ahnert (45): "Dresden sollte sich eher mehr statt weniger für den Erhalt des Flughafens einsetzen. Wir brauchen dieses Tor zur Welt, unsere Unternehmen profitieren ganz erheblich davon."
Damit widerspricht sie Lichdis Ansicht vehement. Die Stadt will ihre Anteile auch behalten, geht aus ihrer Antwort hervor.
Titelfoto: Fotomontage: PR-Foto//Eric Münch
