Entscheidung naht: Zukunft fürs Lingnerschloss erhitzt die Gemüter

Dresden - Wer kauft das Erbbaurecht und übernimmt das Lingnerschloss für die nächsten 44 Jahre? Nach der Sommerpause befassen sich nun die Stadträte mit der Zukunft des beliebten Ausflugs- und Veranstaltungsareals. Die Informationspolitik der Rathausspitze erntet dabei Kritik. Die Investoren luden derweil zu einem Podiumsabend im Schloss ein.

Die Entscheidung über die Zukunft des Lingnerschlosses rückt näher.  © DPA/Robert Michael

Am 3. September soll der Rat entscheiden. Die Räte wurden aber erst mit Wochenbeginn in einer Sondersitzung und in weiteren Ausschüssen über die aktuelle Lage und auch über mögliche Handlungsoptionen informiert.

"Uns wird wieder mal die Pistole auf die Brust gesetzt. Dabei befasst sich OB Dirk Hilbert (54, FDP) spätestens seit Herbst mit dem Schloss und bereits seit April bewegt das Thema die Stadtgesellschaft", kritisiert CDU-Fraktions-Chefin Heike Ahnert (45) die Rathausspitze.

"Bei einem so komplexen Sachverhalt ist das unverantwortlich und verspielt das letzte Vertrauen." Der OB hatte zuvor auf die Zuständigkeit des Insolvenzverwalters verwiesen.

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Hilberts Vorlage schlägt nun vor, dass der Rat dem Verkauf des Erbbaurechts für 1,65 Millionen Euro an Thomas Bohn (59) und Oliver Kreider (60) zustimmt.

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CDU-Fraktions-Chefin Heike Ahnert (45) kritisiert die Informationspolitik der Stadt.  © Steffen Füssel

Investorengruppen sollen Montag in Finanzausschuss gehört werden

Oliver Kreider (60, l.) und Thomas Bohn (59) luden am Abend zu einer Podiumsveranstaltung ins Schloss, erklärten ihre Pläne.  © Hermann Tydecks

Die Stadt könnte die Summe für den Insolvenzverwalter aber auch selbst auf den Tisch legen. Zwar sind die Kassen klamm, doch die Stadt könnte danach entscheiden, ob sie das Schloss selbst betreibt oder an Dritte abgibt (etwa über Erbbau oder Konzession).

Gibt es keine Einigung, würde der aktuell pausierte Rechtsstreit zwischen Stadt und Insolvenzverwaltung weiterlaufen, wobei diese dann mit der zweiten Bietergruppe ("Ein Schloss für alle") verhandeln würde.

Der Schlossbetrieb müsste dann bis zu einer neuen Einigung laut Insolvenzverwaltung "vermutlich vorerst eingestellt werden". Beide Investorengruppen sollen am Montag im Finanzausschuss gehört werden.

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Im Lingnerschloss (Lingnerterrassen nach Gastro-Kündigung dicht, Außengastro läuft) erklärten Bohn und Kreider am Donnerstag auf einer eigenen Podiumsveranstaltung ("Lingner-Forum"), keine Gewinnabsichten mit dem Schloss zu verfolgen und dieses mithilfe des Fördervereins künftig für die Bürger offen halten zu wollen.

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