Dresdens Fetscherplatz: Neue Abbiegespur für Busse gefährdet Radler und sorgt für Umwege

Dresden - Das nennt man wohl verschlimmbessert: Für 675.000 Euro ließ Dresden den Fetscherplatz umbauen, damit Radfahrer einen durchgehenden Radweg und der übrige Verkehr eine Rechtsabbiegerspur in Richtung Uniklinik bekommen. Kurz nach der Fertigstellung müssen die Bauleute nun aber wieder ran. Denn für Radfahrer ist es gefährlicher statt sicherer geworden.

Kaum ist er fertig, muss der Fetscherplatz noch einmal umgestaltet werden. Der Grund ist die Enge von Rechtsabbiegerspur und Radweg.
Kaum ist er fertig, muss der Fetscherplatz noch einmal umgestaltet werden. Der Grund ist die Enge von Rechtsabbiegerspur und Radweg.  © Thomas Türpe

Wenn die überlangen Gelenkbusse der DVB von der Borsbergstraße kommend die neue Rechtsabbiegerspur nutzen, schwenken sie beim Abbiegen so weit aus, dass das Heck in den daneben verlaufenden Radweg ragt und die Radler auf die Autospur gedrückt werden.

Seit der Eröffnung des Radwegs am 24. November ist die Strecke deshalb für die Busse der Linie 64 tabu und die Haltestelle stillgelegt.

Stattdessen wird die Linie über eine Ausweichroute geführt. Damit die Fahrzeuge dort durchpassen, wurden die Krenkel- und die Holbeinstraße vorübergehend zu Einbahnstraßen.

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"Eine weitere Meisterleistung aus dem Hause Stephan Kühn", schreibt CDU-Fraktions-Chef Peter Krüger (61), bei Twitter.

Und Linke-Stadtrat Tilo Wirtz (55) kommentiert sarkastisch: "Alle Neune! Verschlechterung für Radverkehr, Autoverkehr, DVB und Bewohner und das Klima."

Um zu verhindern, dass die Busse jemanden gefährden, ist die Haltestelle außer Betrieb.
Um zu verhindern, dass die Busse jemanden gefährden, ist die Haltestelle außer Betrieb.  © Thomas Türpe
Damit die Busse durchkommen, wurde unter anderem die Krenkelstraße zur Einbahnstraße.
Damit die Busse durchkommen, wurde unter anderem die Krenkelstraße zur Einbahnstraße.  © Thomas Türpe

Es gab wohl eine "Abweichung bei der Gestaltung der Verkehrsanlage gegenüber der Planung"

Die Busse werden bis auf Weiteres umgeleitet.
Die Busse werden bis auf Weiteres umgeleitet.  © Thomas Türpe

Einen Planungsfehler sieht man im Rathaus nicht. Wie das Straßen- und Tiefbauamt auf TAG24-Anfrage mitteilt, seien die "erforderlichen geometrischen und verkehrstechnischen Parameter mit der DVB abgestimmt" worden.

"Je nach individueller Fahrweise" der Busfahrer würden jedoch "stark abweichende Parameter" auftreten.

Eine weitere Ursache seien die vielen Leitungen im Untergrund, wodurch sich eine "Abweichung bei der Gestaltung der Verkehrsanlage gegenüber der Planung" ergeben habe.

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Um das Problem zu lösen, soll im Frühjahr neu markiert werden. "Aus zwei Fahrspuren stadtauswärts muss dann eine überbreite Fahrspur werden", erklärt Baubürgermeister Stephan Kühn (43, Grüne).

Titelfoto: Thomas Türpe (2)

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