Dresden - Der maroden Schwimmhalle Klotzsche droht das Aus, im Süden darf das Luftbad Dölzschen aktuell nicht mehr öffnen. Der Handlungsdruck ist groß, die Kassen sind leer. Alle Hoffnungen im Norden liegen jetzt auf Fördermitteln - so geht es jetzt mit Dresdens Problem-Bädern weiter.
Die historische Schwimmhalle in Klotzsche (Baujahr 1935) muss im schlimmsten Fall noch in diesem Sommer schließen. Um den massiven Schäden richtig auf den Grund zu gehen und die Frage nach einem möglichen Weiterbetrieb zu klären, sollen vor Ferienbeginn das Wasser abgelassen und die Substanz des Beckenbodens untersucht werden.
Für eine mögliche Not-Sanierung, die einen Weiterbetrieb noch ein paar Jahre sichern könnte, hat die Verwaltung nun beim Bund erneut Fördermittel beantragt - ein früherer Versuch war im Januar abgelehnt worden. Im Raum standen zuletzt Gesamtkosten von rund 3,8 Millionen Euro.
Außerdem will OB Dirk Hilbert (54, FDP) beim Bund für den schon seit Jahren geplanten Ersatzneubau an der Königsbrücker Landstraße Mittel beantragen. Der Bund könnte laut Rathausvorlage, die der Stadtrat noch absegnen muss, bis zu acht Millionen Euro hinzuschießen.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf mindestens 30 Millionen Euro. Da es für die Stadt aber schwierig wäre, den Rest alleine zu stemmen, ruhen die Hoffnungen auch auf dem Freistaat.
"Wir bemühen uns, den Neubau mit Fördermitteln zu unterstützen", sagt der Landtagsabgeordnete und CDU-Fraktions-Chef Christian Hartmann (52). Dabei geht es um mehrere Millionen Euro.
Jan Donhauser lässt möglichen Neubau prüfen
Sportbürgermeister Jan Donhauser (57, CDU) lässt zudem prüfen, ob der Neubau mit nur einem anstatt wie bislang geplant mit zwei Becken auskommen könnte, um die Kosten zu senken. "Der Neubau im Norden ist ein Muss", sagt Stadtrat Robert Reschke (41, Team Zastrow) und begrüßt die Vorlage des Rathauses.
Im Süden setzen sich die Linken jetzt für eine Öffnung des geschlossenen FKK-Luftbades Dölzschen ein. Das Problem: Mitarbeiter müssen in dem historischen Bad (1870 eröffnet) das Chlor selbst ins Wasser geben. Dafür hatte das Gesundheitsamt anders als in den Vorjahren überraschend keine Ausnahmegenehmigung mehr erteilt.
"Dabei ist da noch nie einer krank geworden", ärgert sich Donhauser darüber. Hilbert soll jetzt prüfen, wie der Betrieb kurzfristig sichergestellt werden kann, und entsprechende Maßnahmen unverzüglich veranlassen, fordert Fraktions-Chef André Schollbach (47, Linke) in einem Ratsantrag.