Dresdens Feuerwehrchef sieht Nachholbedarf: Wie gut sind wir auf den Ernstfall vorbereitet?

Dresden - Wie sicher sind wir, zwei Flugstunden von Kiew entfernt, in Dresden? Seit die Russen mit militärischen Schritten gegen den Westen drohen, sorgt man sich auch hier um die Sicherheit der Bevölkerung.

Neu im Amt: Der gebürtige Berliner Michael Katzsch (43) leitet den Dresdner Katastrophenschutz.
Neu im Amt: Der gebürtige Berliner Michael Katzsch (43) leitet den Dresdner Katastrophenschutz.  © Steffen Füssel

Michael Katzsch (43) ist Amtsleiter für Brand- und Katastrophenschutz. Der studierte Umweltingenieur ist in Vorkehrungen eingebunden.

Zu TAG24 sagt er: "Derzeit werden auf Bundesebene die Anforderungen an den Zivilschutz unter hohem Druck angepasst. Jahrzehntelang stand das Thema nicht auf der Agenda. Jetzt gibt es sehr großen Nachholbedarf."

Doch nicht nur der Krieg beschäftigt die 863 haupt- und 1440 ehrenamtlich Beschäftigten. Nach wie vor bindet Corona viele Kräfte - im und neben dem Einsatz. Trotzdem lief der Betrieb auch 2021 normal weiter. Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (55, CDU): "Die Aufrechterhaltung des Einsatzgeschäfts unter Pandemie-Bedingungen zeigt, wie leistungsstark die Dresdner Feuerwehr ist."

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Verkehrsunfälle, Sturmschäden, Kampfmittelfunde: Auch im vergangenen Jahr hatten die Männer und Frauen hinter der 112 wieder ordentlich zu tun. Insgesamt rückten die Kräfte 167.003-mal aus, ein Plus von 9,2 Prozent gegenüber 2020. Stark nach oben gingen die Einsatzzahlen für die Beseitigung von Umweltschäden (plus 16,5 Prozent) und den Transport von Corona-Intensivpatienten in Spezialfahrzeugen (plus 42,7 Prozent).

Seltener Anblick: 2021 ging die Zahl kleiner und mittelgroßer Brände spürbar zurück.
Seltener Anblick: 2021 ging die Zahl kleiner und mittelgroßer Brände spürbar zurück.  © Roland Halkasch
Einsatz auf der Marienbrücke: Die Zivilschutz-Konzepte werden derzeit überarbeitet.
Einsatz auf der Marienbrücke: Die Zivilschutz-Konzepte werden derzeit überarbeitet.  © Thomas Türpe

Besonders in Erinnerung bleiben wird den Kameraden der Einsatz zwischen dem 20. und 23. Juli im Ahrtal (Rheinland-Pfalz). Nach der Flutkatastrophe versuchten 123 Einsatzkräfte zu retten, was noch zu retten war.

Titelfoto: Steffen Füssel

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